Tiefgründig
iegfried. Einen so großen Raum nimmt der Stiefvater im Leben der Ich-Erzählerin ein, auch wenn er doch so selten körperlich anwesend war. Sehr häufig musste er, der erfolgreiche Geldverdiener auf Geschäftsreise. Und doch dreht sich alles um ihn. Auch ihren Partner vergleicht sie mit ihm und dieser schneidet dabei nicht gut ab. Und dann wiederum gibt es Ähnlichkeiten, die sie beunruhigen.
Eines Morgens entschließt die Erzählerin sich, eine Psychiatrie aufzusuchen. Sie funktioniert nicht mehr so wie sie sollte, kann nicht mehr schreiben, hat ihren Partner betrogen, fühlt sich als Mutter überfordert.
Als sie dort im Wartezimmer sitzt, kommen noch andere Erinnerungen ans Tageslicht. An Hilde, Siegfrieds resolute Mutter, deren Erziehungsstil heute als emotionale Misshandlung beschrieben werden würde. Und auch das Bild von Siegfried bekommt Risse, tiefe Risse.
Auf verstörende Art beschreibt Antonia Baum den Prozzess der Erkenntnis, dass Erfahrungen, die man durchlebt hat, traumatisch waren, das sich neu ordnen von Bildern, das schmerzhaft ist und der einzige Weg, der zu einer Heilung führen kann. Siegfried dominiert die Frauen in seiner Familie, fügt ihnen Wunden zu, die sie oft erst später bemerken. Selbst als Kind misshandelt, findet er keinen Weg aus dem Kreislauf der Gewalt, versucht auch gar nicht ihn zu verlassen und sucht die Schuld für den Zusammenbruch der Familie an anderer Stelle.
Antonia Baum ist eine starke Autorin. Erst relativ spät im Roman habe ich begriffen auf welchen Horrortrip sie mich mitnimmt und dafür war der Eindruck dann umso stärker. Viele Handlungen und Gedankengänge der Erzählerin konnte ich zunächst nicht nachvollziehen und sie ergaben erst Sinn, als ich ihre ganze Geschichte kannte. "Siegfried" ist einer der Romane, die fast harmlos beginnen und dann immer tiefer unter die Haut gehen.
Eines Morgens entschließt die Erzählerin sich, eine Psychiatrie aufzusuchen. Sie funktioniert nicht mehr so wie sie sollte, kann nicht mehr schreiben, hat ihren Partner betrogen, fühlt sich als Mutter überfordert.
Als sie dort im Wartezimmer sitzt, kommen noch andere Erinnerungen ans Tageslicht. An Hilde, Siegfrieds resolute Mutter, deren Erziehungsstil heute als emotionale Misshandlung beschrieben werden würde. Und auch das Bild von Siegfried bekommt Risse, tiefe Risse.
Auf verstörende Art beschreibt Antonia Baum den Prozzess der Erkenntnis, dass Erfahrungen, die man durchlebt hat, traumatisch waren, das sich neu ordnen von Bildern, das schmerzhaft ist und der einzige Weg, der zu einer Heilung führen kann. Siegfried dominiert die Frauen in seiner Familie, fügt ihnen Wunden zu, die sie oft erst später bemerken. Selbst als Kind misshandelt, findet er keinen Weg aus dem Kreislauf der Gewalt, versucht auch gar nicht ihn zu verlassen und sucht die Schuld für den Zusammenbruch der Familie an anderer Stelle.
Antonia Baum ist eine starke Autorin. Erst relativ spät im Roman habe ich begriffen auf welchen Horrortrip sie mich mitnimmt und dafür war der Eindruck dann umso stärker. Viele Handlungen und Gedankengänge der Erzählerin konnte ich zunächst nicht nachvollziehen und sie ergaben erst Sinn, als ich ihre ganze Geschichte kannte. "Siegfried" ist einer der Romane, die fast harmlos beginnen und dann immer tiefer unter die Haut gehen.