Zwei Freundinnen kämpfen um ihre Zukunft im Jahr 1975

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ellen87 Avatar

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Brigitte Glaser nimmt ihre Leser mit in das Jahr 1975. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Das Buch ist in mehrere Teile unterteilt und die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Geschichte wird aus Sicht der beiden Protagonistinnen erzählt. Der Zeitschiene kann man gut folgen. Die Charaktere wirken sympathisch und authentisch. Das Cover gibt keinen genauen Hinweis darauf, was die Leser in der Geschichte erwartet.

Die Hauptprotagonistinnen sind Johanna und Luzie.
Johanna war die erste Frau der Winzerfamilie, die in den 70er Jahren gemeinsam nach Freiburg zieht. Doch kurz darauf verstirbt ihr Vater plötzlich und statt gemeinsam mit Luzie nach Marokko zu reisen, muss sie sich um den Familienbetrieb kümmern. Sie muss Arbeiten übernehmen, sie sind eher Aufgaben von Männern sind. Doch die Schwangerschaft lässt ihr keine andere Wahl.
Luzie ist eine Tochter aus reichem Haus und studiert. Sie nutzt die Chance nach Marokko zu reisen und lässt ihre Freundin mit ihren Sorgen und Problemen alleine. Da sie nach der Trennung von Johanna und Georg mit ihm ins Bett sprang, brach sie das Versprechen der Freundinnen, dass man alles teilt, nur nicht die Männer.
Für Johanna stehen 1975 schwere Zeiten an, denn in Will soll ein KKW gebaut werden. Das hätte Auswirkungen auf die Weinernte am Kaiserstuhl, wo ihr Winzerbetrieb zu finden ist. Mit der Rückkehr ihrer ehemaligen Freundin Johanna wird auch sie etwas mutiger und schließt sich den Protesten und Blockaden an. Luzie wird bei der Rückkehr aus Marokko beim Schmuggeln erwischt und soll für Wolfi die KKW Gegner fotografieren und Informationen für ihn sammeln. Luzie versucht die guten und friedlichen Gegner nicht ans Messer zu liefern, aber Wolfi wird immer ungeduldiger und würde sie sofort wieder ins Gefängnis bringen. Als Johanna dahinterkommt, dass Luzie ein doppeltes Spiel spielt, steht die Freundschaft erneut auf der Kippe. Während dieser schwierigen Zeit, versuchen beide Frauen ihren Weg zu finden und die Hindernisse zu überwinden, die ihnen als Frauen zu dieser Zeit immer wieder in den Weg gelegt werden. Können sie ihre Freundschaft retten? Kann der Aufstand den Bau verhindern oder sitzt die Politik am längeren Hebel? Können die Frauen in der Gesellschaft endlich mehr sein, als nur das Beiwerk der Männer?

Die Autorin greift die Probleme der Frauen in den 70er Jahren gut auf und schafft es, die Protagonisten trotzdem als tough aufzuzeigen. Der Kampf der Frauen um ihre Rechte und das ihre Stimme Gehör findet, wird gut aufgezeigt.