Brown-Babys

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Wow, was für ein Buch.
Kennt ihr auch diese Bücher, wo man einen Kloß im Hals hat, wo die Kehle sich so zuschnürt? So ein Buch ist #stayawayfromgretchen

Susanne Abel schreibt ihr Buch in zwei verschiedenen Zeitebenen:

1943: Die 13-jährige Greta, in Ostpreußen aufgewachsen, ist mit ihrer Familie auf der Flucht vor den russischen Soldaten. Sie wird verschont, aber andere Frauen in ihrer Familie hatten nicht so viel Glück - geschändet von den Soldaten, mit nichts, außer der Kleidung am Leib, kommen sie im amerikanisch-besetzten Heidelberg an. Hier versuchen sie ihr neues Leben aufzubauen, doch sie sind Flüchtlinge und werden auch als solche behandelt. Der Winter ist hart und es gibt nichts zu Essen. Greta verliebt sich in den schwarzen GI-Soldaten Bob, aber dem ist es vom amerikanischen Gesetz her verboten eine weiße Frau zu heiraten.

2015: Es geht um Tom, erfolgreicher Kölner Nachrichtensprecher und ein ziemlich selbstverliebter Karrieremann. Erst als seine Mutter die ersten Anzeichen von Demenz hat, kümmert er sich mehr um die über 80-jährige Greta.
Per Zufall findet er ein Foto eines kleinen braunen Mädchen, mit wunderschönen schwarzen Locken, doch Greta schweigt hierzu. Und so beginnt er zu recherchieren und findet unglaubliches heraus.

Vorsicht: ***Spoiler***
In diesem Buch geht es um die sogenannten ‚Brown Babys‘, Mischlingskinder von deutschen Frauen und schwarzen Soldaten, die zur Adoption nach Amerika freigegeben wurden, auch ohne Zustimmung deren Mütter.
Es geht um Rassismus, Unmenschlichkeit und Verletzung der Menschenrechte.

Ich hatte vor diesem Buch von den ‚Brown Babys‘ noch nie gehört, eine sehr trauriges Buch, eine gut recherchierte Nachkriegsgeschichte, eine Geschichte, die mich sehr berührt hat, eine absolute Leseempfehlung (nur das Ende war mir zu viel ‚happy‘).