Zwischen Pflicht und Herz

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suzy27 Avatar

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Der erste Leseeindruck von Strange Familiars – Seamere College von Keshe Chow ist direkt fesselnd und ungewöhnlich. Schon im ersten Kapitel wird man in eine magische Welt geworfen, die sich gleichzeitig vertraut und völlig neu anfühlt. Besonders spannend ist die Idee der sogenannten „Familiars“, also Seelentiere, die eng mit ihren Besitzer*innen verbunden sind. Die Szene in der Tierklinik, in der die Protagonistin Gwen einen kranken Kater untersucht, zeigt sofort, wie komplex und auch moralisch herausfordernd diese Welt ist .

Der Schreibstil ist lebendig und detailreich, ohne dabei zu überladen zu wirken. Man bekommt schnell ein Gefühl für Gwens Persönlichkeit: Sie ist ehrgeizig, etwas unsicher im Umgang mit Menschen, aber unglaublich mitfühlend gegenüber Tieren. Besonders beeindruckend ist ihr innerer Konflikt, als sie sich gegen die Anweisung stellt, den Kater einzuschläfern. Diese Entscheidung macht sie sofort sympathisch und zeigt, dass sie bereit ist, Regeln zu brechen, wenn es um das Richtige geht.

Auch die Spannung baut sich früh auf – nicht nur durch den kranken Familiar, sondern auch durch die drohenden Konsequenzen für Gwen. Insgesamt wirkt der Einstieg sehr vielversprechend: emotional, magisch und mit einer starken Protagonistin. Ich bin definitiv neugierig, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.