Klischees statt großer Magie

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reishimura Avatar

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Autorin Keshe Chow hat mit dem Auftaktroman zur Seamere College Reihe einiges richtig gemacht. Leider konnte mich das Buch trotz einiger interessanter Ideen nicht vollständig überzeugen. Hier wurde einiges an Potenzial verschenkt.

Der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen und ich habe mich im Großen und Ganzen recht schnell in der Welt zurechtfinden können. Die Autorin hat es sich erspart eine komplett neue Welt zu erschaffen, sondern nur unsere Welt mit ein wenig Magie angereichert. An sich ein kluger Schachzug, allerdings blieben mir hier zu viele Fragen unbeantwortet. Spannend fand ich aber die Herangehensweise, dass man Magie nicht einfach besitzt, sondern diese kaufen muss.

Das Hauptargument warum ich mich für dieses Buch entschieden habe, waren die magischen Tiere. Diese kommen zwar vor, nehmen jedoch nicht den Stellenwert ein, den ich mir erhofft hatte. Gerade Gwens Seelentier Percy hätte meiner Meinung nach viel öfter zu Wort kommen dürfen. Er ist für mich der eigentliche Star der Geschichte und ich liebe seine sarkastische Art. Aber auch die magische Bartagame Pudding fand ich großartig.

Bei den beiden Protagonisten Gwen und Harrisford hat die Autorin für meinen Geschmack zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Wie nicht anders zu erwarten ist Harrisford reich, gutaussehend und arrogant. Gwen hingegen ist das intelligente Mädchen aus einfachen Verhältnissen, das sich seiner Schönheit nicht bewusst ist. Mir ist bewusst, dass dieses Schema immer wieder gerne in Liebesromanen verwendet wird, weil es funktioniert. Aber ich bin dem Ganzen langsam überdrüssig.

Die Geschichte weist definitiv spannende Momente und unerwartete Wendepunkte auf. Wobei die meisten Wendepunkte gar nicht so unerwartet waren, wie es die Autorin vielleicht vorgesehen hat. Eventuell habe ich schon zu viele ähnliche Romane gelesen, aber die meisten Punkte waren doch sehr vorhersehbar.

Alles in allem ist dieses Buch wirklich ein akzeptabler Roman, aus dem man aber deutlich mehr hätte herausholen können. Ich habe die Hoffnung, dass im zweiten Teil der Fokus stärker in Richtung Magie und magische Tiere geht.
Empfehlenswert ist dieses Buch für all jene, die gerne Collegegeschichten mit magischen Aspekten lesen und sich nicht an den Klischees stören.