Konnte meinen Erwartungen leider nicht gerecht werden

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Strange Familiars von Keshe Chow, übersetzt von Sarah Heidelberger, ist eine Romantasy im Unisetting, bei der vor allem magische Tiere eine große Rolle spielen.

Die beiden Hauptfiguren, Gwendolynne und Harrisford, studieren im Bereich magischer Tiermedizin zwei verwandte Studiengänge und führen jeweils die Bestenliste an. Beide haben ihre ganz eigene Motivation, den Uniabschluss als Jahrgangsbeste:r zu machen und so hat sich über die Jahre eine ziemliche Rivalität zwischen den beiden entwickelt. Als nun die magische Welt ins Wanken gerät, müssen die beiden zusammenarbeiten, um Geheimnisse aufzudecken und Schlimmeres zu verhindern. Natürlich wäre es keine Romantasy, wenn da nicht auch die Funken fliegen würden (nicht nur die magischen!). Doch neben Rivals-to-Lovers ist auch das Miscommunication-Trope am Start und so müssen die beiden doch einige Hürden überwinden. Ob sie es schaffen und ob es ihnen gelingt, die Welt der Magie zu retten, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, dazu müsst ihr das Buch schon selbst lesen.

Gefallen hat mir die Idee, Tiermedizin ins magische Setting zu bringen und hier zeigt sich auch die Expertise der Autorin. Leider konnte mich der Rest dann nicht so wirklich überzeugen. Neben dem Gefühl, dass die Charaktere sich eher wie Teenager verhalten (obwohl sie laut Buch 25 Jahre alt sind – für die Spice-Szenen war das nicht besonders angenehm…) hat mich vor allem gestört, dass alles, aber auch wirklich alles, ausbuchstabiert wurde. Damit man sichergehen kann, dass es auch die letzten verstanden haben, wurden manche Informationen mehrmals wiederholt und es gab überhaupt keinen Raum für eigenes Denken (einen Plottwist habe ich so unheimlich früh vorhergesehen, dass ich direkt enttäuscht war, als es dann endlich aufgedeckt wurde, weil es sich so unspektakulär angefühlt hat). Und während ich es sehr begrüße, dass sich die Autorin bemüht, Diskriminierung und Stereotypisierung aktiv entgegenzuwirken, liest sich das alles sehr dick aufgetragen. Die Charaktere, die sich normalerweise wie Teenies verhalten, sind plötzlich unheimlich reflektiert und analysieren en passant ihr eigenes Verhalten. Nicht wirklich glaubwürdig.

Schade, denn das Buch hatte wirklich einige gute Ansätze. Die Übersetzung fand ich gelungen und auch die Prämisse ist toll. Leider bleibt bei der Umsetzung viel Luft nach oben. Von mir gibt es daher keine Empfehlung (auch wenn ich vermutlich den zweiten Band lesen werde, da ich Cliffhanger einfach nicht unaufgelöst lassen kann…).