Magische Seelentiere mit Potenzial nach oben

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bella0070 Avatar

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Gwendolynne und Harrisford befinden sich beide im Abschlussjahr ihrer Ausbildung zu Tiermedizinern für magische Tiere und konkurrieren um den Titel des Jahrgangsbesten. Als die Kräfte der magischen Tiere zunehmend außer Kontrolle geraten und sich die Magieexplosionen häufen, sehen sie sich gezwungen, zusammenzuarbeiten und der Ursache dieses Phänomens auf den Grund zu gehen.

„Strange Familiars“ von Keshe Chow konnte mich auf vielerlei Weise begeistern, auch wenn das Buch an einigen Stellen noch Verbesserungspotenzial bietet.

Besonders gefallen hat mir die Idee der magischen Seelentiere, die mit ihren Menschen kommunizieren und ihnen zugleich Magie verleihen können. Die Tiere werden ausführlich und liebevoll beschrieben, sodass ich sie beim Lesen förmlich vor mir sehen konnte. Mein persönliches Highlight war Percy. Ein individueller und liebenswerter Charakter, dessen katzenhafte Arroganz wunderbar eingefangen wurde. Im Laufe der Geschichte ist er mir wirklich ans Herz gewachsen, weshalb ich am Ende sehr erleichtert war, dass ihm nichts zugestoßen ist.

Gwendolynne und Harrisford wirken sehr authentisch, sodass es leichtfällt, sich in sie hineinzuversetzen. Da beide aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, bringen sie unterschiedliche Perspektiven in die Geschichte ein. Besonders Gwendolynne sieht sich immer wieder mit rassistischen Bemerkungen konfrontiert, was dem Buch eine aktuelle Relevanz verleiht und der Handlung zusätzliche Tiefe gibt. Auch Harrisfords Charakter gewinnt im Verlauf der Geschichte zunehmend an Kontur, da man nach und nach mehr über sein Leben und seine Hintergründe erfährt.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden, wodurch ich zügig durch die Geschichte gekommen bin. Besonders die humorvollen Dialoge und die Situationskomik haben das Lesen für mich zusätzlich bereichert. Die Handlung bleibt bis zum Schluss spannend und endet mit einem Cliffhanger, der die Neugier auf die Fortsetzung weckt.

Der romantische Handlungsstrang und die spicy Szenen fügen sich stimmig in die Geschichte ein. Allerdings wirken die beiden Protagonisten im Hinblick auf ihre sich entwickelnde Liebesgeschichte teilweise deutlich jünger als 25 Jahre. Ihr Umgang miteinander erscheint stellenweise recht kindisch und ist häufig von Missverständnissen geprägt. Vor allem das ständige Hin und Her ihrer Beziehung sowie die mangelnde Kommunikation zwischen den beiden haben mich im Verlauf der Geschichte zunehmend genervt.

Die magische Welt mit ihren Seelentieren ist einerseits sehr gelungen und bietet viele interessante Ansätze. Andererseits fehlt es ihr stellenweise an Tiefe, sodass es mir nicht immer gelungen ist, vollständig in die Welt einzutauchen. An einigen Stellen hätte ich mir ausführlichere Erklärungen gewünscht. Zudem wirken manche Szenen oberflächlich, enthalten Zeitsprünge oder kleinere logische Unstimmigkeiten, was gelegentlich für Irritationen sorgte.

FAZIT: Strange Familiars ist ein unterhaltsames Buch mit einem ideenreichen, wenn auch noch ausbaufähigen Weltenbau. Wer Geschichten mit Seelentieren mag, dem kann ich das Buch empfehlen.