Magische Tiere und Ermittlungen

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Das Buch der Autorin Keshe Chow ist mir durch die Aufmachung aufgefallen. Das Cover von „Strange Familiars“ ist mit einem Buntglasfenster-Motiv, das die Hauptfiguren und ihre magischen Tiere zeigt, richtig gut gelungen. Der Farbschnitt greift das Fensterdesign auf und macht das Buch optisch zu einem Hingucker und fällt aufgrund der Darstellung auch im Regal auf.
Die Geschichte spielt an der magischen Universität Seamere College in London, wo Gwendolynne Chan und Harrisford Briggs um den Titel des Jahrgangsbesten in magischer Tiermedizin konkurrieren. Gwen stammt aus einfachen Verhältnissen, Harrisford aus reichem Hause. Als mysteriöse Magieexplosionen die Stadt erschüttern und die magischen Tiere außer Kontrolle geraten, müssen die beiden Rivalen widerwillig zusammenarbeiten.
Der teils humorvolle, einfache Schreibstil wird an einigen Stellen durch medizinische Fachbegriffe angereichert, was den überwiegenden flüssigen Stil etwas ins Stocken bringt. Die Erzählperspektiven wechselt zwischen den beiden Hauptfiguren und ermöglicht so, aus beiden Sichten die Geschichte zu erleben. Man kann somit die beiden Hauptcharaktere und ihr Handeln besser nachvollziehen. Die Beziehung zwischen Gwen und Harrisford ist sehr komplex gestaltet. Sie ist von Rivalität, Missverständnissen und langsam aufkeimender Anziehung geprägt ist. Hier kommt es zu hitzigen Wortgefechten, die auf der einen Seite unterhaltsam waren, aber auch oft kindisch. Nicht immer hat sich das positiv auf die Geschichte ausgeübt und manche Entwicklungen waren dann für mich etwas unglaubwürdig oder zu schnell.
Humorvolle Passagen ergeben sich u.a. durch die beiden Seelentiere des Paars, insbesondere Kater Percy fand ich klasse. Durch die unterschiedliche Herkunft der beiden Hauptcharaktere lag es auch nahe gesellschaftliche Themen wie soziale Ungleichheit, Leistungsdruck und Rassismus einen Platz in der Geschichte zu geben. Sie bilden aber keinen Schwerpunkt. Die Autorin führt hier ein neues Magiesystem ein, was aber an einigen Stellen für mich noch nicht ganz entwickelt scheint. Bspw. muss man für Magie zahlen, um sie anwenden zu können. Die Seelentiere sowie ihre medizinische Betreuung, fand ich auch als einen neuen Blickpunkt, der spannend klang, aber letztendlich noch ausbaufähig wäre. Die anderen Nebenfiguren bleiben eher im Hintergrund.
Die Spannung im Geschichtenaufbau schwankt stark, stellenweise zog sich die Geschichte, und endet mit einem Cliffhanger.
Für ein Erstlingswerk hat die Autorin eine interessante Grundidee entwickelt. Die Mischung aus fantastischen Elementen (etwa der magischen Tiermedizin, sprechende Seelentiere), Romantik und gesellschaftlichen Themen verknüpft mit spannenden Ermittlungen machen das Buch lesenswert. Die Geschichte unterhält, hat aber auch Schwächen. Für einen Fantasy-Neuling oder für Leser die College-Setting mögen eine Empfehlung. Von mir schwache 4 Punkte von 5.