Spannend zu lesen – aber kein Bedürfnis nach Band 2

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meikymeik Avatar

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Strange Familiars hat mich ein bisschen zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits hatte ich wirklich Spaß beim Lesen: Der Schreibstil ist spannend und sehr flüssig, die Handlung zieht einen mit und es passiert ständig etwas, sodass kaum Langeweile aufkommt. Insgesamt definitiv ein Buch, das man schnell wegliest.

Die Dynamik zwischen den Hauptfiguren geht in die klassische Richtung Feind:innen/Rival:innen → Gefühle entwickeln, was grundsätzlich Spaß machen kann. Allerdings haben sie mir dafür, dass sie sich anfangs wirklich gegenseitig nerven und provozieren, etwas zu schnell nachgegeben und zu schnell beschlossen, gemeinsam dem Rätsel nachzugehen. Da hätte ich mir etwas mehr Widerstand oder langsamere Entwicklung gewünscht.

Generell hatte ich öfter das Gefühl, dass manche Gedankengänge oder Entscheidungen recht kurz abgehandelt werden und dadurch etwas unrealistisch wirken. Andererseits passiert so viel, dass ausführlichere Reflexionen wahrscheinlich das Tempo gebremst und die Geschichte unnötig verlängert hätten – ich verstehe also, warum das so geschrieben wurde.
Auch bestimmte Reaktionen konnte ich nicht ganz nachvollziehen: Zum Beispiel behandelt Harrisfords Vater ihn zwar wirklich schlecht, trotzdem fand ich es etwas schnell, wie stark Harrisford ihn direkt im Verdacht hat, mitschuldig zu sein. Da hätte ich mir emotional etwas mehr Zwischentöne gewünscht.

Die romantischen bzw. intimen Szenen haben mich leider auch nicht ganz abgeholt – die wirkten auf mich eher platt und etwas unrealistisch. Aber ich kann mir vorstellen, dass genau das viele Leser:innen in diesem Genre mögen.

Unterm Strich: spannend, mitreißend und definitiv nicht langweilig – aber leider hat das Ende bei mir nicht genug Interesse geweckt, um direkt zum nächsten Band greifen zu wollen.