Wähle dein Seelentier

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Strange Familiars von Keshe Chow konnte mich vor allem mit seiner originellen Idee rund um magische Tiere und Seelentiere begeistern.
Im Zentrum der Geschichte stehen Gwendolynne Chan und Harrisford Briggs, die nicht nur aus völlig unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, sondern sich seit Jahren als Rivalen gegenüberstehen. Während Gwen unbedingt ihren Abschluss am Seamore College für magische Tiermedizin und die Auszeichnung als Jahrgangsbeste erreichen möchte, scheint Harrisford ihr ständig im Weg zu stehen. Als jedoch gefährliche Magieexplosionen London erschüttern und ausgerechnet die magischen Tiere in ihrer Obhut eine wichtige Rolle dabei spielen, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als gemeinsam zu ermitteln.
Besonders gefallen hat mir die Idee mit den tierischen Begleitern. Harrisfords Seelentier ist eine Bartagame, während Gwen einen herrlich mürrischen und ausgesprochen arroganten sprechenden Kater „erbt“. Gerade die tierischen Sidekicks sorgen immer wieder für humorvolle Momente und haben für mich zu den Highlights des Buches gehört.
Durch die wechselnden Perspektiven erhalten die Figuren viel Raum zur Entwicklung. Vor allem Harrisford gewinnt mit jeder Enthüllung über seine Vergangenheit an Tiefe und wird zunehmend greifbarer. Gleichzeitig greift die Autorin auch gesellschaftliche Themen auf. Gwen erlebt immer wieder Alltagsrassismus und stereotype Vorurteile, die viele Menschen mit asiatischem Hintergrund leider kennen dürften. Diese Aspekte wurden stimmig in die Handlung eingebunden.
Die Dynamik zwischen Gwen und Harrisford lebt von ihren hitzigen Wortgefechten, den gemeinsamen Ermittlungen und dem langsamen Aufbrechen ihrer jahrelangen Rivalität. Der „He falls first“-Aspekt hat mir dabei besonders gefallen.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und humorvoll. Zudem sorgen einige gelungene Plot-Twists dafür, dass die Spannung bis zum Ende erhalten bleibt und die Vorfreude auf den zweiten Band wächst.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Im Verlauf der Geschichte hätte ich mir etwas mehr offene Kommunikation zwischen Gwen und Harrisford gewünscht. Einige Konflikte wirkten auf mich unnötig in die Länge gezogen und teilweise etwas kindisch.
Insgesamt bietet Strange Familiars eine unterhaltsame Mischung aus Fantasy, Romance, magischen Tieren, Diversität und spannenden Ermittlungen. Wer Geschichten mit tierischen Begleitern, Rivals-to-Lovers-Dynamiken und einem magischen College-Setting mag, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.