Das fehlende Etwas

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anndlich Avatar

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Scarlett kehrt London den Rücken und möchte in St. Ives einen Strandkiosk eröffnen, um sich aber vor allem ihrem beziehungsunfähigen Partner Eric etwas zu beweisen. Jonah arbeitet momentan wieder in seiner Heimat als Rettungsschwimmer, doch er möchte weit hinaus und auf einem Kreuzfahrtschiff als Arzt arbeiten. Doch als die beiden sich begegnen scheinen alle Pläne zu verschwimmen.

Summer Tides von Sarah Fulmer ist der erste Roman aus dem Örtchen St. Ives. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass man unfassbar schnell durch die Geschichte kommt, aber mir an einigen Stellen dann doch eben genau das war: zu einfach. Die Dialoge wirkten dadurch an manchen Stellen auf mich nicht wirklich authentisch und es fehlte mir das gewisse Etwas, das die verschiedenen Figuren voneinander unterscheidet.

Wir erleben die Geschichte aus Scarletts und Jonahs Perspektiven, wobei Scarletts deutlich anstrengender ist. Sie wirkt an vielen Stellen unfassbar naiv und nicht besonders gut in ihrer Kommunikation und das obwohl sie doch schon sehr viele extravagante Jobs hatte, die einen anderes vermuten lassen würden. Jonah wirkte aus Scarletts Perspektive auch eher langweilig, hatte aber doch ein paar spannende Seiten, die man aus seiner Sicht erlebt, die gerne noch tiefgehender behandelt werden könnten, aber leider blieb alles sehr oberflächlich.

Die starke Anziehung zwischen den beiden war aus meiner Sicht gar nicht nachvollziehbar. Außer den optischen Vorteilen, die beide erkennen, gibt es kaum Szenen, die eine charakterliche Anziehung ermöglichen und doch ist es die große Liebe? Da hätte ich mir mehr von erwartet.

Ausgesprochen gut hat mir jedoch das Setting gefallen, das direkt für Fernweh sorgt und die Bewohner:innen St. Ives geben auch einen guten Vibes mit. Doch das reicht leider nicht und am Ende bleibt Summer Tides mir in vielen Dingen zu oberflächlich.