Habe eindeutig mehr von der Geschichte erwartet

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merle88 Avatar

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Inhalt:
Als Zacky wie immer in seiner Felsspalte erwacht, weiß er sofort, dass etwas nicht stimmt: Es ist warm und gleichzeitig dunkel. Auch die anderen Gesetze am Riff scheinen außer Kraft, denn mit der Hitze kommt der Hunger, und mit dem Hunger die gefährliche Fressstille. Nicht nur Heuler, der Hai, ist völlig außer Sinnen und jagt jeden, der ihm ins Visier kommt. Alle suchen vergeblich in den Liedern ihrer Vorfahren nach Rat, doch keines der Lieder berichtet vom Ausbleichen der Korallen oder von den gefährlichen Squids, die der Hunger aus der Tiefe nach oben treibt. Nur wenn die Riffbewohner zusammenhalten, gibt es eine Rettung ...

Meinung:
Fisch Zacky fällt eines Morgens auf, dass das Riff in dem er lebt sich verändert hat. Es ist plötzlich so warm hier und dabei herrscht eine komische Dunkelheit. Aufgrund der Hitze kommt der Jagdtrieb einiger Fische durch und so ist der Hai Heuler, plötzlich nicht mehr richtig zurechnungsfähig und greift andere Fische in der Putzstation an. Eine Sache, die es so noch nie gegeben hat. Damit nicht genug machen die gefährlichen Squids, Wesen aus der Tiefe, den Riffbewohnern ordentlich Angst.

Auf diese Geschichte habe ich mich ganz besonders gefreut, da ich zwar schon einige Geschichten mit sprechenden Tieren, jedoch so gut wie noch gar keine Geschichte über sprechende Fische gelesen habe.
Daher freute ich mich enorm auf dieses Meeresabenteuer.

Doch bereits der Einstieg in die Geschichte war für mich nicht ganz so einfach. Denn die Handlung war von Beginn an recht wirr aufgebaut. Ich hätte mir zu Anfang des Buches beispielsweise eine Erklärung darüber gewünscht, um welche Fischart es sich bei Zacky handelt. Zwar erhält der Leser diese im Laufe der Geschichte, ich hätte es jedoch gleich zu Beginn der Geschichte einfach stimmiger gefunden.
Ähnlich sieht es mit vielen anderen Dingen aus, die der Autor zwar fast alle im Laufe der Geschichte erläutert, für mein persönliches Verständnis wäre es dennoch einfacher gewesen, diese recht zu Beginn der Geschichte einzubauen.

So hatte ich während des Lesens nur bedingt Spaß mit der Geschichte.
Die eigentliche Handlung und der Grundgedanke haben mir jedoch sehr gut gefallen. Ich finde es toll, was für Begrifflichkeiten sich Boris Pfeiffer beispielsweise für die Sonne oder die Menschen hat einfallen lassen. Dies verleiht der Unterwasser-Geschichte eindeutig Authentizität und Charakter.

Wie oben bereits angerissen fehlte mir ein wenig die Erläuterung der verschiedenen Fischarten. Ich hätte es hier klasse gefunden, wenn es zu Beginn des Buches eine kurze Charakterdarstellung mit Bild gegeben hätte. Das hätte mir das Lesen doch deutlich einfacher gemacht. So muss man fast ein bisschen danach suchen, um die verschiedenen Fischarten identifizieren zu können.

Sehr gelungen ist allerdings der Grundgedanke zum Thema Klimawandel. Das Sterben des Riffs und das Artensterben werden auf beeindruckende Weise dargestellt. Dies stimmt einen als Leser einfach traurig, da es sich hierbei nun einmal um keine Fantasie, sondern die knallharte Realität handelt. Dennoch empfinde ich es als sehr wichtig bereits jungen Lesern dieses Wissen zu vermitteln.

Auch die Zeichnungen von Theresa Tobschall haben mir viel Freude bereitet. Immer wieder darf man sich auf Bilder mit jeder Menge Fische freuen.

Als das Abenteuer dann gerade so ein wenig Fahrt aufnimmt, ist leider schon Schluss mit der Geschichte. Daher muss man sich nach gut 120 Seiten mit einem offenen Ende begnügen. Doch zum Glück erscheint der zweite Band bereits im Januar nächsten Jahres.

Fazit:
Ich muss gestehen, dass ich eindeutig mehr von der Geschichte erwartet habe. Vieles war für mich etwas verwirrend, die Erläuterungen bzw. ein Wissensteil zu den verschiedenen Fischarten hat mir gefehlt und wo die Geschichte dann so richtig Fahrt aufnimmt, ist sie dann leider auch schon wieder vorbei.
Für mich wurde hier reichlich Potenzial verschenkt, sodass ich leider nur 3 von 5 Hörnchen vergeben kann.