Kurzweilig mit leichten Abstrichen

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An sich liebe ich die Sylt-Glücksromane von Claudia Thesenfitz. Sie sind immer locker und kurzweilig geschrieben und lassen mich zumindest in Gedanken auf die wunderschöne Nordseeinsel reisen.

Das war auch in diesem Band so, allerdings mit leichten Abstrichen. Die Schreibweise ist immer noch die Gleiche wie in den anderen Büchern und das Buch ist flüssig zu lesen. Mit der Hauptperson Steffi kann ich mich gut identifizieren, da wir ungefähr im gleichen Alter sind. Das Thema "jüngerer Lover" und Steffis Gefühle und Gedanken dazu waren gut beschrieben. Alles soweit o.k. aber um Seite 90 herum fing das Buch irgendwie an, mich zu nerven. Ich wusste erst gar nicht warum, aber dann habe ich es aus der Hand gelegt und andere Dinge gemacht und dann kamen nach und nach die Erkenntnisse.

Zum einen war es die deutlich überspitzte Jugendsprache. Durch mein Hobby habe ich vorwiegend mit jüngeren Menschen zu tun und ich kann sicher sagen, dass die nicht so sprechen. Vielleicht noch mit 15 bis 18 Jahren, aber Yannik ist Mitte 30! Selbst bei den Studenten, mit denen ich häufig zu tun habe, fällt wohl mal das eine oder andere Wort oder die eine oder andere Redewendung, aber lange nicht so konzentriert wie bei den Dialogen in diesem Buch. Und mit Mitte 30 sprechen die Leute, mit denen ich zu tun habe, ganz normal.

Dann war da noch die Sache mit den Generationen. Wer sich für das Thema interessiert, der hat es mit Sicherheit schon selbst gegoogelt. Es besteht also keine Notwendigkeit, ganze Passagen von Google abzuschreiben und in dieses Buch zu übernehmen. Ein bisschen mehr Handlung und ein bisschen mehr Sylt wären mir hier lieber gewesen. Überhaupt ist die schöne Insel in diesem Buch ziemlich in den Hintergrund getreten.

Und zu guter Letzt war die Geschichte doch recht kurz. Während die anderen Bücher der Reihe durchgehend 288 bis 272 Seiten haben (mein Lieblingsroman "Mit James auf Sylt" sogar 320), sind es in diesem Band nur 240 Seiten. Auch hier würde ich mir mehr wünschen.

Ich habe das Buch insgesamt trotzdem gerne gelesen, würde es aber begrüßen, wenn die Autorin im nächsten Roman wieder mehr Seiten, mehr Handlung und mehr Sylt liefert.