aktuelle Fragestellung, anspruchsvoll, mit Längen

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kurzundbuch Avatar

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in Roman, der für mich sehr aktuell ist in seiner Fragestellung: Was sollen, können, dürfen Frauen aushalten? Und ist Gegenwehr – vielleicht sogar Mord – legitim?

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Natalie. Sie heiratet James, finanziell gut situiert, gutaussehend, zunächst der vermeintliche Traumpartner. Gleichzeitig ist Nathalies Leben gepflastert von Toten – ihren Ex-Freunden. Damit steht von Anfang an im Raum: Ist sie eine Mörderin?

James kommt ihr nach und nach auf die Schliche. Natalie wiederum versucht, die Ehe zu retten. Aber auch James hat offensichtlich Geheimnisse. Dazu kommen weitere Figuren: ihre Geschwister Claire und Will sowie ihre Therapeutin Gimple, die ebenfalls wichtige Rollen spielen.

Thematisch geht es um Paranoia, Erinnerungslücken, Vertrauen, Traumata, Selbstjustiz und Schuld.

Ich habe tatsächlich drei Anläufe gebraucht. Gerade der erste Teil – stark geprägt von Therapiesitzungen und den Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart – hat es mir nicht leicht gemacht reinzukommen, obwohl mich die Storyline interessiert hat.

Der zweite Teil nimmt dann deutlich Fahrt auf. Hier rücken Fragen nach Lebensentwürfen, Familie und Selbstzweifeln stärker in den Fokus – das hat mir richtig gut gefallen. Am Ende kommen viele Twists zusammen.

Insgesamt ist das Buch sprachlich und inhaltlich sehr dicht, teilweise fast zu dicht. Manchmal war es mir etwas zu langsam erzählt, aber gleichzeitig auch sehr niveauvoll und durchdacht.

Ein hochspannender Roman, der Geduld braucht – sich dann aber definitiv lohnt.