Zu viel Gewalt, zu wenig Zugang

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yunix Avatar

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Leider konnte mich The Poet Empress nicht überzeugen, sodass ich den Roman vorzeitig abgebrochen habe. Obwohl die Grundidee und der kulturelle Hintergrund viel Potenzial bieten, habe ich emotional keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden.
Der Roman ist stark geprägt von Gewalt, Intrigen und gegenseitigem Hass, was für mich sehr dominant war und andere Aspekte – wie Charakterentwicklung oder poetische Tiefe – in den Hintergrund gedrängt hat. Die fast durchgehend düstere Stimmung machte das Zuhören zunehmend anstrengend, statt fesselnd. An dieser Stelle muss ich aber eine Lanze für die Sprecherin aussprechen, die eine sehr angenehme Stimme hat und auch die schwierigen chinesischen Namen sehr gekonnt vertont. Da wären wir bei einem weiteren Punkt, es gibt so viele Personen, dessen Namen ich nicht immer einordnen konnte. Weshalb es mir an einigen Stellen schwer gefallen ist zu erfassen um wen es gerade geht. Ich könnte mir vorstellen, dass das beim lesen einfacher ist, da man die Namen vor sich hat.
Es ist inzwischen das zweite Buch einer chinesischen Autorin, mit dem ich nicht richtig warm geworden bin. Das liegt weniger an der Qualität des Schreibens, sondern vielmehr daran, dass mir Erzählweise, Ton und thematische Schwerpunkte persönlich nicht liegen. Mir fehlte eine Figur oder Perspektive, mit der ich wirklich mitfühlen konnte.
Insgesamt ist The Poet Empress sicher ein Roman für Lesende, die komplexe Machtspiele, politische Intrigen und harte Konflikte schätzen. Für mich jedoch war die Geschichte zu schwer und zu von Gewalt und Feindseligkeit durchzogen, um das Leseerlebnis genießen zu können. Spannend und auch erschreckend, dass dieses Werk als Jungendbuch gilt.