Da ist noch Luft nach oben

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pandas_bücherblog Avatar

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Das Cover ist richtig schön und war auch der Grund, warum ich überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden bin (Coveropfer halt :)). Durch den flüssigen Schreibstil bin ich gut in die Geschichte gestartet, allerdings fand ich ihn stellenweise etwas zu nüchtern. Dadurch haben manche Szenen an Spannung verloren bzw. kam erst überhaupt keine Spannung auf, obwohl Potenzial vorhanden war.

Finn hat mir als Charakter grundsätzlich gut gefallen, weil sie keine typische Heldin ist, sondern ein gewöhnliches Dienstmädchen. Dass sie ihre Kräfte lange Zeit verstecken muss und sich erst im Laufe der Story weiterentwickelt, fand ich logisch beschrieben. Sie ist zwar mutig, hat aber auch durchaus Angst, und gerade das hat sie für mich authentisch gemacht. Die anderen Figuren haben meiner Meinung nach aber leider nur an der Oberfläche gekratzt. Sowohl Mordric als auch Enhart geben zwar im Laufe der Geschichte mehr von sich preis, aber eine wirkliche Tiefe oder emotionale Bindung konnte ich auch bis zum Schluss nicht zu ihnen aufbauen. Was schade ist, denn ich hätte gerne viel mehr über die beiden erfahren wollen. Auch die Dynamik zwischen den Brüdern und ihre jahrelange Entfremdung wurden für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt.
Dabei klang die Grundidee des Buches wirklich vielversprechend. Eine der letzten Hexen im Königreich, die mitten unter Vampiren lebt und auf keinen Fall entlarvt werden darf? Und dazu dann noch der Crime-Aspekt? Ich liebe solche Storylines und für mich muss das Rad auch echt nicht neu erfunden werden. Aber vor allem das Worldbuilding muss für mich in Fantasybüchern einfach stimmen, da sie die Geschichte tragen und einen großen Teil der Atmosphäre ausmachen. Bei "The Witch in the Dead of Night" fand ich das Worldbuilding noch sehr ausbaufähig, da die Welt sehr schlicht gehalten wurde. Außerdem wirkte die Handlung teilweise ein wenig überstürzt und nicht ganz logisch, wodurch die Story an Spannung verloren hat. Die Atmosphäre war hingegen schön düster, was ich persönlich sehr mag.

Fazit:
"The Witch in the Dead of Night" ist ein solider Auftakt, der mit einer sympathischen Protagonistin und einer tollen Atmosphäre punktet. Das schlichte Worldbuilding und die oberflächliche Charakterzeichnung der Nebenfiguren haben mich jedoch nicht ganz von sich überzeugen können, auch wenn mich der Cliffhanger neugierig auf die Fortsetzung macht.
3,5/5 Sterne