Langatmige Trainingseinheiten

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peachy_bookdreams Avatar

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– Ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut und hatte hohe Erwartungen. Leider wurde ich extrem enttäuscht … eines der langweiligsten Bücher, das ich je gelesen habe –

Die ersten Kapitel haben mir noch richtig gefallen und das Setting klang so vielversprechend. Das Worldbuilding wird hauptsächlich durch Gespräche aufgebaut, was mir schon mal nicht so gefallen hat, da die Dialoge darunter gelitten haben. Die Geschichte erfindet das Rad nicht neu, vieles hat man schon so gelesen, was bei der Unmenge an Büchern auch völlig verständlich ist. Aber dann sollte es trotzdem einen Spannungsbogen geben, der hier aber leider durch das Pacing für mich nicht vorhanden war.

Der Anfang war interessant, es gab unerklärliche Mordfälle, auf die ich gespannt war. Jedoch verläuft das Thema im Sand und wird zum Schluss einfach abgewickelt. Fast 200 Seiten drehen sich ausschließlich um Finns Krafttraining mit Enhart. Ich mag es, wenn Charaktere ihre Fähigkeiten erst erarbeiten müssen, aber das war einfach zu viel, da sonst kaum etwas anderes passiert ist, als dass sich Finn und Enhart dabei zanken.

Mit Finn bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Sie lebt in einer Welt, in der Menschen sich dem Leben der Vampire anpassen müssen, und hat tagtäglich im Schloss mit Vampiren zu tun. Dafür kennt sie sich erschreckend wenig über Vampire aus. Sie weiß nicht, dass Vampire einen ausgeprägten Gehörsinn haben. Generell scheint sie von nichts eine Ahnung zu haben. Fast jeder zweite Satz, den sie äußert, ist nämlich eine Frage. Für mich wirkte es so, als wäre sie nicht fähig, Schlüsse zu ziehen oder eine eigene Meinung zu haben. Sie fragt ständig, was sie tun soll. Oder wie andere die Situation empfinden. Mir kam es so vor, als ob die Autorin den Lesern das Wissen über die verschiedenen Fantasy-Elemente nicht zutraut und durch Finns ständige Fragen alles erklären wollte. Wenn es eigene neue Elemente wären, dann würde ich das ja noch verstehen. Aber es sind Dinge, die jeder Fantasy-Leser kennt (Pentagramme, Runen, Vampirkräfte etc.).

Die beiden Vampirbrüder haben die Sache leider auch nicht besser gemacht. Die Gefühle zwischen Mordric und Finn gingen mir viel zu schnell und statt der Spice-Szenen wäre mir die Ausarbeitung einiger Plots viel lieber gewesen. Enhart hat mir besser gefallen, aber die Schlagabtäusche wurden mit der Zeit auch eintönig. Das Ende war für mich einfach vorhersehbar und ich hatte nicht das Gefühl, dass Finn eine Entwicklung hatte. Ich glaube nicht, dass ich den nächsten Band lesen werde.

Fazit: Für mich leider eine der langweiligsten und langatmigsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Keine der Figuren hatte eine herausstechende Persönlichkeit. Besonders Finn wirkte wie eine Marionette, die alles mit sich machen lässt. Leider ein 2-Sterne-Buch.