Nicht mein fall
Als ich The Witch on the Dead of Night von Charlotte Buckley in den Händen hielt, war ich zunächst absolut begeistert. Schon auf den ersten Blick fällt die außergewöhnlich schöne Gestaltung des Buches ins Auge. Das Cover ist detailreich, stimmungsvoll und vermittelt genau die düstere Atmosphäre, die man sich von einer Geschichte über Hexen und Vampire erhofft. Auch die gesamte Aufmachung wirkt hochwertig und liebevoll gestaltet. Es ist definitiv eines dieser Bücher, das im Regal sofort hervorsticht und neugierig macht. Allein optisch hat es mich sofort überzeugt und meine Erwartungen entsprechend hoch angesetzt.
Leider konnte der Inhalt diese Erwartungen für mich nicht erfüllen. Ich hatte mir von der Geschichte deutlich mehr erhofft und war überzeugt, dass mich die Handlung schnell in ihren Bann ziehen würde. Stattdessen fiel es mir erstaunlich schwer, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Obwohl die Grundidee durchaus Potenzial besitzt, konnte sie mich emotional einfach nicht erreichen. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte, um mich wirklich mitreißen zu können.
Ein großer Grund dafür war für mich die Kombination aus Vampiren und Hexen. Grundsätzlich mag ich beide Fantasy-Elemente sehr gern, allerdings hat diese Mischung für meinen persönlichen Geschmack einfach nicht funktioniert. Irgendwie wirkte sie auf mich nicht stimmig oder besonders spannend. Statt einer faszinierenden Verbindung der beiden Welten entstand bei mir eher der Eindruck, dass die Geschichte nicht so recht wusste, in welche Richtung sie gehen wollte. Natürlich ist das reine Geschmackssache, doch für mich war diese Vampir-Hexen-Kombination leider überhaupt nicht mein Fall.
Dadurch fiel es mir auch schwer, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Ich blieb beim Lesen eher auf Distanz und habe selten mit ihnen mitgefiebert. Es gab zwar einzelne interessante Momente, doch insgesamt fehlte mir die emotionale Tiefe, die ich bei Fantasyromanen besonders schätze. Wenn mich die Charaktere nicht berühren, fällt es mir meist schwer, vollständig in eine Geschichte einzutauchen, und genau das war hier leider der Fall.
Was das Leseerlebnis zusätzlich erschwert hat, war der Schreibstil. Ich empfand ihn über weite Strecken als ziemlich langweilig. Die Sprache wirkte auf mich oft sehr nüchtern und konnte die eigentlich düstere Atmosphäre nur selten transportieren. Viele Szenen zogen sich für mein Empfinden unnötig in die Länge, wodurch sich das Tempo der Geschichte deutlich verlangsamte. Statt Spannung aufzubauen, verlor ich leider immer wieder das Interesse und musste mich teilweise regelrecht motivieren weiterzulesen. Gerade bei einem Fantasyroman wünsche ich mir einen Schreibstil, der mich mitreißt und Bilder im Kopf entstehen lässt. Hier blieb dieses Gefühl für mich leider aus.
Dabei möchte ich gar nicht sagen, dass das Buch objektiv schlecht ist. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Leserinnen und Leser, die genau diese Art von Fantasy mögen und Gefallen an der Verbindung von Hexen und Vampiren finden, deutlich mehr Freude an der Geschichte haben werden. Geschmäcker sind schließlich verschieden, und nicht jedes Buch muss jedem gefallen. In meinem Fall wollte der Funke jedoch einfach nicht überspringen.
Am Ende bleibt für mich vor allem die wunderschöne Gestaltung in Erinnerung. Selten habe ich ein Buch gesehen, das optisch so ansprechend und hochwertig wirkt. Gerade deshalb finde ich es fast ein wenig schade, dass mich der Inhalt nicht ebenso begeistern konnte. Meine Erwartungen waren durch den starken ersten Eindruck einfach sehr hoch, wurden letztlich aber nicht erfüllt. Die Handlung konnte mich nicht fesseln, die Figuren blieben für mich zu distanziert, die Kombination aus Vampiren und Hexen sprach mich persönlich nicht an und der eher langweilige Schreibstil machte das Lesen zusätzlich schwierig.
Insgesamt ist The Witch on the Dead of Night für mich leider eine Enttäuschung geblieben. Trotz der wirklich wunderschönen Gestaltung konnte mich weder die Geschichte noch der Schreibstil überzeugen. Deshalb wird mir dieses Buch zwar als echter Hingucker im Gedächtnis bleiben, als Lesehighlight jedoch leider nicht. Für mich war es letztlich ein Roman mit viel Potenzial, das jedoch nicht ausgeschöpft wurde.