Schöne Welt, Leider aber langsamer Aufbau

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The Witch in the Dead of Night konnte mich mit seinem atmosphärischen Setting und dem schönen Schreibstil durchaus überzeugen. Besonders die Welt, die Charlotte Buckley erschafft, hat mir gefallen. Die Orte hatten für mich einen ganz eigenen Charme und erinnerten mich stellenweise tatsächlich an süddeutsche beziehungsweise bayerische Städte, wodurch ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.

Auch die Figuren haben auf mich insgesamt authentisch gewirkt. Die Protagonistin zeigt zwar an einigen Stellen noch recht kindliche Züge, was mich gelegentlich etwas gestört hat, gleichzeitig empfand ich sie aber als glaubwürdig und nachvollziehbar. Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen ihr und Enhart. Die beiden harmonieren für mich deutlich besser miteinander als sie und Mordric, und ich habe ihre gemeinsamen Szenen jedes Mal gerne gelesen.

Mein größter Kritikpunkt ist das Erzähltempo. Über weite Strecken entwickelt sich die Handlung für meinen Geschmack etwas zu langsam. Ich hatte öfter das Gefühl, auf den nächsten großen Entwicklungsschritt zu warten. Gerade die Beziehungen zwischen den Figuren brauchen sehr lange, bis sie sich spürbar weiterentwickeln, wodurch sich die Geschichte stellenweise etwas gezogen hat.

Insgesamt ist The Witch in the Dead of Night für mich ein atmosphärischer Fantasyroman mit einem gelungenen Worldbuilding, sympathischen Figuren und einem wirklich angenehmen Schreibstil. Wer langsam erzählte Fantasy mit Fokus auf Figurenentwicklung und einer sich nach und nach entfaltenden Spannung mag, wird hier vermutlich viel Freude haben. Für mich hätte die Handlung an einigen Stellen etwas straffer sein dürfen.