Vielversprechendes Vorwort zu einer schwachen BookTok-Geschichte

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moendchen Avatar

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The Witch in the Dead of Night startet mit einer interessanten Fantasywelt aus Vampiren und Hexen in einem mittelalterlich anmutenden Setting, das durchaus auch soziale Klassen und deren Unterschiede thematisiert. Die Ausgangslage war für mich vielversprechend, leider konnte mich die Geschichte damit nicht lange bei der Stange halten.

Der Einstieg war so langatmig, dass ich ab etwa drei Vierteln des Buches angefangen habe, große Teile nur noch zu überfliegen. Vor allem die Erklärungen zur Welt fühlten sich irgendwann weniger wie ein Teil der Geschichte und immer mehr wie eine Vorlesung an. Statt die Welt zu erleben, bekam ich irgendwann das Gefühl, sie erklärt zu bekommen.

Die Hauptfigur Finn, die zu Beginn noch interessant und selbstbewusst wirkte, verlor für mich schnell an Authentizität. Sie wurde zunehmend künstlich cool und erhaben, sodass es sich irgendwann eher so anfühlte, als sollte hier unbedingt eine „coole, starke, BookTok-approved weibliche Hauptfigur“ geschaffen werden, ohne dabei genügend Nuancen oder Ecken und Kanten zuzulassen. Auch die übrigen Charaktere wirkten auf mich leider häufig etwas plump.

Der Plot selbst wurde, abgesehen von den Mordfällen, sehr vorhersehbar vorangetrieben. Mehr Trainingseinheiten und Spice statt Rätselraten. Besonders die Dialoge waren stellenweise so hölzern, dass sie mich regelrecht aus der Geschichte herausgerissen haben.

Auch die Liebesgeschichte konnte mich leider nicht überzeugen. Sie muss für mich keineswegs außergewöhnlich oder überraschend sein (ich liebe vorhersehbare Romcoms!), sollte dann aber zumindest charmant und authentisch wirken. Genau das hat mir hier zu sehr gefehlt.

Besonders schade fand ich, wie sehr sich das auf meinen Lesefluss ausgewirkt hat. Nachdem ich zuvor fünf Bücher in einer Woche gelesen hatte, wurde The Witch in the Dead of Night plötzlich zu einem Vier-Wochen-Projekt und hat mich letztlich sogar in eine Leseflaute katapultiert.

Schlussendlich war leider das Vorwort der Autorin zur Geschichte (der eigentliche Grund, warum ich dieses Buch so unbedingt lesen wollte) für mich der Höhepunkt.

Ich kann nicht explizit davon abraten, hätte meine Zeit aber lieber mit anderen Büchern verbracht. Für mich daher leider keine Empfehlung. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass das Buch vor allem Lesern gefällt, die es mögen, etwas stärker an der Hand durch eine Geschichte geführt zu werden und dabei weniger Wert auf eine komplexe Handlung legen.