Düster, ungewöhnlich und richtig gut gestaltet

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
firecanyon Avatar

Von

Bei „To Die For“ ist mir als Erstes die Gestaltung aufgefallen. Das Buch sieht schon von außen ungewöhnlich aus: Die schwarzen Buchseiten, die Typografie und die gesamte Aufmachung passen perfekt zum Thema. Es hat etwas Düsteres und erinnert optisch fast ein wenig an einen Thriller oder ein altes Giftbuch. Dabei wirkt die Gestaltung aber nicht billig oder gewollt gruselig, sondern sehr durchdacht. Für mich ist das eines dieser Bücher, die man erst einmal in Ruhe durchblättert, bevor man überhaupt anfängt zu lesen.

Inhaltlich fand ich die Mischung ebenfalls spannend. Es geht eben nicht nur darum, welcher Pilz wie giftig ist. Das Buch verbindet naturwissenschaftliche Informationen mit Kulturgeschichte, Mythen, historischen Begebenheiten und echten Kriminalfällen. Gerade diese Wechsel haben mir gefallen, weil man immer wieder bei einem ganz anderen Aspekt des Themas landet. Vieles wusste ich vorher nicht und manches ist tatsächlich ziemlich skurril.

Besonders interessant fand ich die Geschichten darüber, welche Rolle Giftpilze im Laufe der Zeit gespielt haben und wie schmal die Grenze zwischen vermeintlichem Genuss und echter Gefahr manchmal sein kann. Die True-Crime-Elemente passen erstaunlich gut dazu, ohne dass das Buch daraus künstlich eine Sensation machen muss. Gleichzeitig bleibt genug Sachwissen übrig, sodass es nicht einfach eine Sammlung möglichst makabrer Geschichten ist.

Auch beim Lesen setzt sich die besondere Gestaltung fort. Schriftarten, Seitenaufbau und Illustrationen beziehungsweise grafische Elemente greifen die düstere Stimmung immer wieder auf. Normalerweise ist mir bei einem Sachbuch der Inhalt deutlich wichtiger als die Optik, hier gehört beides für mich aber wirklich zusammen. Das Buch hätte mit einem ganz normalen weißen Layout vermutlich nur halb so viel Charakter.

„To Die For“ ist damit für mich ein ziemlich ungewöhnliches Sachbuch: informativ, stellenweise herrlich morbide und vor allem gestalterisch etwas Besonderes. Man kann es von vorne bis hinten lesen, aber genauso gut immer wieder hineinblättern und bei einzelnen Geschichten hängen bleiben. Gerade diese Mischung aus Giftpilzen, Geschichte, Wissenschaft und Kriminalfällen hat bei mir sehr gut funktioniert.