Giftige Faszination
„Was dem einen Gift ist, ist dem anderen Heilung.“
Das dunkle Cover mit der roten Schrift passt wunderbar zum Thema und wirkt geheimnisvoll. Dazu kommt der schwarze Farbschnitt mit seinem lateinisch-deutschen Sinnspruch. Die hochwertige Gestaltung macht neugierig und stimmt auf den Inhalt ein.
In 17 Kapiteln widmet sich Jedrzej Golecki jeweils einem Giftpilz. Neben bekannten Vertretern wie dem Fliegenpilz oder dem Grünen Knollenblätterpilz lernt man dabei auch weniger bekannte Arten kennen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, gefolgt von einer farbigen Illustration im Stil alter Lehrbücher und einem ausführlichen Steckbrief. Anschließend erzählt der Autor von historischen Begebenheiten und Menschen, die mit dem jeweiligen Pilz in Berührung gekommen sind – manchmal mit tödlichem Ausgang.
Überrascht hat mich, dass manche giftige Pilzarten früher als Delikatesse galten oder in bestimmten Teilen der Welt noch immer auf dem Speiseplan stehen.
Golecki verbindet fundiertes Wissen mit unterhaltsamen, mitunter makabren Geschichten, ohne dabei den Sachbuchcharakter aus den Augen zu verlieren. Die düstere Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und passt hervorragend zum Thema. Zahlreiche Quellenangaben unterstreichen, wie gründlich der Autor recherchiert und sich mit den verschiedenen Pilzarten auseinandergesetzt hat.
Eine ausführlichere Einführung in die Welt der Pilze hätte ich mir gewünscht, um gerade zu Beginn noch besser in die Thematik hineinzufinden. Auch mit der stellenweise verwendeten Frakturschrift bin ich nicht ganz warm geworden, wobei sie glücklicherweise nur vereinzelt zum Einsatz kommt.
To die for ist ein außergewöhnliches Sachbuch. Wer sich für Pilze interessiert und sich auch mit ihrer giftigen, mitunter tödlichen Seite beschäftigen möchte, dürfte hier einiges entdecken.