Mütter und Töchter

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In ihrem dritten Buch erzählt uns Barbara Kunrath von Hella, Mona und Shirin. Erstere stehen in besonderer Beziehung, da sie eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung zueinander pflegen.

Mona steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag und fragt sich, was sie vom Leben eigentlich erwartet. Sie ist geschieden, kinderlos und mit ihrer Arbeit unglücklich. Regelmäßige Familientreffen sind ihr ein Gräuel. Ihr einziger Halt bietet ihr ihre beste Freundin Judith und ihr Pferd Chester.

Zu ihrer Mutter Hella verbindet sie keine gute Beziehung. Diese ist mit Mitte 60 verwitwet, alkoholabhängig und lebt einsam in einem, teuren Haus mit antiquarischem Interieur.

Als Mona eines Morgens der 11-jährigen Shirin begegnet, ahnt sie noch nicht, dass sich bald ihr Leben verändern wird.

Welche Rolle Shirin dabei spielt und warum Mona keinerlei liebevolle Bindung zu Hella pflegt, wird auf 362 Seiten erzählt.

Die Autorin beschreibt die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft ihrer Charaktere auf eine authentische Art. Die Figuren wirken mit ihren Ecken und Kanten real und der Leser bekommt das Gefühl, dass es sich hier um eine echte Familie handelt. Nach und nach werden Familiengeheimnisse offenbart und die Eigendynamik der familiären Beziehungen über die Jahrzehnte plausibel geklärt.

Mir persönlich, kommt die Geschichte rund um Shirin etwas zu kurz. Für mich verkörpert sie in diesem Buch ebenfalls eine starke Rolle als Tochter und ich hätte mir für sie noch mehr aktive Präsenz gewünscht.

Das Buch hat mir auf Grund seiner Nähe zur Realität gut gefallen. Die Thematik der Mutter-Tochter-Beziehung finde ich sehr passend und einfühlsam dargestellt. Aber das Buch handelt nicht nur davon. Es geht auch darum, mitten im Leben zu stehen und sich zu hinterfragen: Was habe ich bisher geschafft? , Wo möchte ich noch hin? , Was tut mir gut und was nicht?

„Wer irgendwo ankommen will, muss sich irgendwann auf den Weg machen.“
– „Töchter wie wir“ – Barbara Kunrath