Sehr langatmig zu Beginn, aber spannend im Abgang

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finjah Avatar

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Die actionreiche Leseprobe und das spannende Setting haben mich sofort gepackt, sodass ich mich sehr auf das Buch gefreut habe. Leider konnte die Geschichte dieses hohe Niveau nicht halten.

Im Mittelpunkt steht Mel, eine Privatermittlerin, die den Auftrag erhält, die seit Jahren verschwundene Chloe zu finden. Was niemand weiß: Die beiden kennen sich von früher und teilen ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Diese Grundidee fand ich wirklich spannend und vielversprechend, und es gab auch einige gelungene Twists.

Der Einstieg war stark, spannend, flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Doch nach zwei Kapiteln verlor ich den roten Faden mehr und mehr. Die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge wirkten anfangs noch interessant, wurden aber zunehmend verwirrend und chaotisch. Statt Spannung aufzubauen, hatte ich oft das Gefühl, mich ständig neu orientieren zu müssen. Dadurch ging für mich viel Lesefreude verloren.

Hinzu kam, dass die Handlung stellenweise sehr überzogen und fast schon absurd wirkte. Es war sehr mühsam die ersten 200 Seiten zu lesen, weil es nur spannend war wenn es um die Verfolgung ging. Als sich die einzelnen Handlungsstränge schließlich zusammenfügten, war es ein wenig wie ein Drama. Die Spannung baute sich zum Ende hin wieder auf, wodurch es etwas besser wurde.

Positiv hervorheben möchte ich auch ein paar Dinge: Der Schreibstil ist grundsätzlich angenehm und flüssig, aber ich bin nicht wirklich warm damit geworden. Die Darstellung der Beziehung zwischen Mel und Chloe empfand ich als authentisch. Auch die Idee der Story war sehr gut.

Insgesamt eine starke Idee mit gutem Ende, die leider durch eine zu verworrene und überladene Umsetzung zu Beginn mühsam zu lesen war.