Vier erhofft, am Ende nicht so viel bekommen, wie erwartet

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kurzundbuch Avatar

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Ich habe mich an dieses Buch mit einer gewissen Erwartung gesetzt, auch weil ich vorab unterschiedliche Stimmen dazu gelesen hatte. Am Ende gehöre ich eher zu denen, bei denen es nicht wirklich gezündet hat.

Die Ausgangssituation fand ich eigentlich spannend. Mel und Chloe waren früher unzertrennlich, bis Chloe plötzlich verschwindet. Jahre später soll Mel sie im Auftrag ihrer Familie finden. Als sie Chloe tatsächlich aufspürt, wirkt diese allerdings nicht so, als hätte sie auf genau diese Begegnung gewartet. Da ist sofort eine Spannung drin, die neugierig macht.

Was mich dann aber zunehmend rausgebracht hat, war die Art des Erzählens. Viele Zeitsprünge, viele Perspektivwechsel, dazu Ortswechsel. Ich mag das eigentlich, wenn sich dadurch nach und nach etwas zusammensetzt. Hier wirkte es auf mich eher wie ein ständiges Neuansetzen. Ich musste mich immer wieder orientieren, statt tiefer in die Geschichte reinzukommen.

Auch die Figuren blieben für mich auf Abstand. Mel und Chloe standen zwar im Zentrum, aber ich hatte selten das Gefühl, wirklich nah an ihnen dran zu sein. Vieles wird eher beobachtend erzählt, fast nüchtern, sodass emotionale Momente bei mir nicht richtig ankamen. Dadurch blieb auch die Spannung für mich gedämpft, selbst in Szenen, die eigentlich intensiver sein könnten.

Es gab durchaus interessante Ansätze in der Geschichte und ich kann verstehen, wenn andere gerade die Konstruktion und die Wendungen mögen. Für mich hat sich das Ganze aber nicht zu einem Sog entwickelt, sondern eher zu einem distanzierten Mitgehen.

Am Ende bleibt ein Buch, mit dem ich mich schwergetan habe.