Ende einer Familiensaga

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jr17 Avatar

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Dass Leila Slimani schreiben kann, ist keine Frage. Mit klaren Worten und gleichzeitig schönen und deutlichen Bildern bringt sie ihre dreiteilige Familiensaga zu Ende und lässt dabei nicht aus, wie ambivalent politische Geschehnisse schon immer waren und auch heute noch sind. Gleichzeitig gelingt Slimani das, was häufig übersehen wird: die dezidiert weibliche Perspektive auf Weltgeschehen und Geschichte. Scheinbar machtlos, ermächtigen sich in ihrem Roman auch dieses Mal immer wieder Frauen, die eine untergeordnete Rolle nicht akzeptieren wollen.
Der Bogen ins Heute gelingt ihr dabei scheinbar mühelos und sie rundet die Familiensaga mit dieser dritten Generation erfolgreich ab, ohne das Tempo, die Kreativität des Plots oder die Einfühlsamkeit gegenüber ihren Charakteren im Vergleich zum ersten Band einzubüßen.