Erinnerungen die keine Ruhe lassen

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kurzundbuch Avatar

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Schon beim Lesen des ersten Eindrucks hat mich die Geschichte direkt gepackt. Die Idee, dass eine Frau Jahre später eine Vermisste wiedererkennt – und diese ausgerechnet mit ihrer eigenen Kindheitsentführung verbunden ist –, klingt sehr bedrückend. Besonders spannend finde ich den Ansatz mit dem eidetischen Gedächtnis. Einerseits wirkt das wie eine große Stärke, andererseits stellt sich sofort die Frage, ob Erinnerungen wirklich immer zuverlässig sind.
Mich reizt vor allem dieses Spiel mit Zweifel und Unsicherheit: Was, wenn man sich sicher ist – und trotzdem falschliegt? Dass Luisa sich beobachtet fühlt und sich langsam alles zuspitzt, lässt vermuten, dass hier nicht nur ein alter Fall neu aufgerollt wird, sondern dass die Vergangenheit gefährlich nah rückt. Typisch Arno Strobel erwarte ich eine düstere, psychologisch dichte Geschichte, die einen nicht so leicht loslässt und bei der man ständig miträtselt, wem man trauen kann.