Ein brandaktuelles Thema!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
worte.wald Avatar

Von

„𝗧𝗿𝗮𝗱𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗵𝗲𝗶ß𝘁 𝗱𝗼𝗰𝗵 𝗻𝘂𝗿, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗺𝗮𝗻 𝘃𝗲𝗿𝗴𝗲𝘀𝘀𝗲𝗻 𝗵𝗮𝘁, 𝘄𝗼 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗻𝗳𝗮𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁.“ (S.223)

Nach einer Konfrontation mit ihrer Vergangenheit flieht Franka in die fränkische Provinz, ihre Heimat. Zu ihren Familienmitgliedern hat sie ein eher zerrüttetes Verhältnis, seit diesem einen Vorfall im Dorf – zurück im Fuchsbau, dem Haus ihrer Großmutter, die Füchsin genannt wurde, kann sie sich der Auseinandersetzung nicht mehr länger entziehen. Wie war das damals in den Nullerjahren, als Franka mit Leuten aus der rechten Szene zu tun hatte?

Frankas Beispiel zeigt, zu was Unsicherheit und Frustration führen können. Falsche Freunde, Gruppenzwang-Situationen und das miese Gefühl, Sich-Nicht-Blamieren-Zu-Wollen, kann schneller als gedacht in einem Teufelskreis enden. Es ist ein unangenehmes Buch, denn wer wird schon gerne mit den eigenen Fehlern konfrontiert?

Neben der Thematik hat mir die Fuchs-Symbolik und auch die Aufmachung des Buches sehr gut gefallen – das Cover ist großartig! Leider waren mir die Beschreibungen zum Teil zu ausschweifend, und auch das Pacing der Geschichte hat für mich nicht ganz funktioniert. Die ersten 100 Seiten haben sich für mich etwas gezogen, am Ende hat mir eine wichtige Szene gefehlt. Franka fand ich sehr anstrengend. Ihre Familiensituation war schwierig, das konnte ich nachvollziehen und dafür hatte sie auch mein Mitgefühl. Aber dass sie immer andere Leute für ihre Handlungen verantwortlich gemacht hat, hat mich genervt – vielleicht wollte das Buch aber auch genau das Aufzeigen?

Sich klar und deutlich gegen Rechts zu positionieren ist von großer Bedeutung, das zeigt die aktuelle politische Situation. Deshalb möchte ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, auch wenn es mir persönlich nicht zu 100% zugesagt hat! Es ist definitiv ein spannendes Debüt!

3,75/5 Sternen