Wenn man das Leben (noch) vor sich hat

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gesil Avatar

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\_Nach den Anschlägen des 11. September beschließt der junge Ambrose Young, talentierter Ringernachwuchs an der Hannah Lake Highschool, anstatt mit Hilfe eines Stipendiums ein College zu besuchen, dem Ruf des Militärs zu folgen und in den Krieg zu ziehen.\_ \_Zusammen mit seinen besten Freunden macht er sich auf den Weg – nicht ahnend, was ihnen bevorsteht.\_ \_Doch nach seiner Rückkehr ist nichts mehr, wie es vorher war. Gebrochen, voller Narben im Gesicht und auf der Seele zieht sich Ambrose vor der Welt zurück und erst seine alten Schulkameraden Fern und Bailey beweisen ihm, dass man auch angeschlagen das Leben lieben kann.\_   Amy Harmon hat einen wunderbaren Roman geschrieben: Über das Leben, die Freundschaft und über die kleinen Dinge, die das Leben ausmachen. Herzerfrischend , an mancher Stelle brutal direkt und ehrlich, an anderer Stelle zum lachen aber auch zum weinen schön. Und dabei könnten ihre Protagonisten unterschiedlicher nicht sein. Denn da sind auf der einen Seite Bailey und Fern, vom Schicksal benachteiligt, der eine durch seine Krankheit, der er jedoch auf bewundernswerter Weise trotzt, die andere durch ihr unscheinbares Aussehen. Und auf der anderen Seite Ambrose und seine Freunde, gutaussehend und die Stars der Ringermannschaft. Erst durch den tragischen Verlust seiner Freunde und die Zeichnung seines Gesichts lernt Ambrose, hinter die Fassaden der anderen, aber auch sich selbst zu blicken und die innere Schönheit der Menschen wahrzunehmen, die ihnen nicht genommen werden kann. Während des Lesens habe ich öfter an „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ ( Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz) denken müssen, denn auch Ambrose muss erst einen Teil seines Augenlichts verlieren, um mit dem Herzen sehen zu können. Colleen Hoover schreibt über „Vor uns das Leben“: \\\> So weit würde ich wohl nicht gehen, aber Amy Harmon hat einen Roman geschrieben, dessen Aussage noch lange in mir nachwirken wird.