Ein Briefwechsel voller Wunden
Lilly Lindners Roman „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ ist ein zutiefst bewegendes Buch, das die Geschichte zweier Schwestern erzählt: der neunjährigen Phoebe und der sechzehnjährigen April.
Die Handlung wird in Form von Briefen wiedergegeben, die die beiden Mädchen einander schreiben – ein ungewöhnlicher, aber sehr eindringlicher Erzählstil, der dem Leser das Gefühl gibt, mitten im emotionalen Geschehen zu sein. In der ersten Hälfte des Buches schreibt Phoebe. Ihre Sichtweise ist kindlich und gleichzeitig von einer tiefen Ernsthaftigkeit durchzogen. Sie lebt in einer zerrütteten Familie und versucht, mit ihrer kindlichen Logik zu begreifen, warum ihre Schwester plötzlich verschwunden ist.
Die zweite Hälfte des Buches gehört April. Aus ihrer Perspektive wird deutlich, wie sehr sie unter psychischem Druck leidet und warum sie sich entschieden hat, nicht mehr zuhause zu leben.
Besonders eindrucksvoll ist, dass April nicht magersüchtig ist, weil sie dünn sein will – ihre Essstörung hat andere Gründe.
Das Buch ist alles andere als leichte Kost. Es ist intensiv, schmerzhaft und schonungslos ehrlich – nichts für schwache Nerven.
Was mir persönlich gefehlt hat, war ein stärkerer Einsatz von April für ihre kleine Schwester am Ende der Geschichte. Nach all dem Schmerz hätte ich mir mehr Kampfgeist von ihr gewünscht.
Dennoch: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin ist ein wichtiges Buch – für Jugendliche ebenso wie für Erwachsene. Besonders junge Leserinnen ab 15 Jahren sollten diese Lektüre lesen. Es ist eine ehrliche Geschichte, die erschüttert und lange im Gedächtnis bleibt.
4.5/ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Die Handlung wird in Form von Briefen wiedergegeben, die die beiden Mädchen einander schreiben – ein ungewöhnlicher, aber sehr eindringlicher Erzählstil, der dem Leser das Gefühl gibt, mitten im emotionalen Geschehen zu sein. In der ersten Hälfte des Buches schreibt Phoebe. Ihre Sichtweise ist kindlich und gleichzeitig von einer tiefen Ernsthaftigkeit durchzogen. Sie lebt in einer zerrütteten Familie und versucht, mit ihrer kindlichen Logik zu begreifen, warum ihre Schwester plötzlich verschwunden ist.
Die zweite Hälfte des Buches gehört April. Aus ihrer Perspektive wird deutlich, wie sehr sie unter psychischem Druck leidet und warum sie sich entschieden hat, nicht mehr zuhause zu leben.
Besonders eindrucksvoll ist, dass April nicht magersüchtig ist, weil sie dünn sein will – ihre Essstörung hat andere Gründe.
Das Buch ist alles andere als leichte Kost. Es ist intensiv, schmerzhaft und schonungslos ehrlich – nichts für schwache Nerven.
Was mir persönlich gefehlt hat, war ein stärkerer Einsatz von April für ihre kleine Schwester am Ende der Geschichte. Nach all dem Schmerz hätte ich mir mehr Kampfgeist von ihr gewünscht.
Dennoch: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin ist ein wichtiges Buch – für Jugendliche ebenso wie für Erwachsene. Besonders junge Leserinnen ab 15 Jahren sollten diese Lektüre lesen. Es ist eine ehrliche Geschichte, die erschüttert und lange im Gedächtnis bleibt.
4.5/ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️