Ein Thriller voller Intrigen und Lügen: Der/Die Leser*in hat den Überblick
Im Thriller von Shari Lapena «Was sie nicht weiss» mit dem Originaltitel «She didn’t See it Coming», veröffentlicht 2025, geht es um das mysteriöse Verschwinden von Bryden Frost, einer Mutter und geliebten Ehefrau. Es werden jede Menge unbeantworteter Fragen behandelt und niemand ist vor Anschuldigungen und den Urteilen, nicht nur vieler fremder Menschen, sondern auch seiner eigenen Familie, sicher. Während die Polizei die Ermittlungen, geführt von Detective Jayne Salter, basierend auf Zeugenaussagen und Beweisen, versucht voranzutreiben, hat jeder seine eigenen persönlichen Probleme, die tief verankert in der Vergangenheit und somit schwierig loszuwerden sind.
Lapenas Erzähltechnik ist sehr erfrischend. Im Gegensatz zu vielen anderen Autor*innen verwendet sie meist kurze Sätze, die einen prägnant durch die Geschichte führen. Sie versucht die Dinge so zu benennen, wie sie sind mit präzisen und auf den Punkt gebrachten Formulierungen. Beispielsweise wird direkt klar geschildert, dass die Furcht als Gefühl präsent ist, sodass man nicht von Umschreibungen diese erahnen muss. Zum Beispiel: «Ihr Mann wirkt nervös» (S. 38), oder «Sam sitzt den Detectives verängstigt gegenüber» (S. 362).
Der Nachteil dieser direkten Sprache, die meist stur Handlungsketten beschreibt, ist dass die Empfänglichkeit für die Personen sinkt. Man fühlt sich deutlich weniger verbunden mit den Charakteren. Vor allem die Schwester des Opfers: Lizzie, finde ich als Person im Thriller etwas misslungen. Aufgrund der tief verankerten Eifersucht, die Lizzie gegenüber ihrer Schwester empfindet, kommt sie durch den verwendeten Erzählstil als überaus verbittert herüber. Dort hätte ich mir einen kleinen Exkurs in die Vergangenheit gewünscht, oder zumindest in ihre Gefühlsebene.
Der Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere mag flüchtig wirken, jedoch entscheidet sich Lapena für eine auktoriale Erzählperspektive, die bei mir gut angekommen ist. Ich mochte den Einblick in die Gedankengänge der vorkommenden Personen. Dass der/die Leser*in teils mehr weiss als die Protagonisten finde ich amüsant und gut gelungen. Trotz dem wissentlichen Vorsprung des/der Lesers*in, wird nicht zu viel verraten.
Die Handlung hat mehrere Stränge, was dazu führt, dass der/die Leser*in, in der Hoffnung mehr zu erfahren, weiterliest. Die Haupthandlung wird aus der Perspektive unterschiedlicher Charaktere erzählt und steigert sich. Man will unbedingt herausfinden, was es auf sich hat mit dem Mysterium rund um Bryden Frost. Die Spannung, die sich bildet ist kaum auszuhalten. Für den grandiosen Spannungsaufbau finde ich die Auflösung des Falles etwas zu simpel. Man erwartet etwas Raffinierteres.
Zudem wird das Motiv der Person nur uneindeutig geschildert und es wird darauf keinen Bezug genommen, was unter anderem möglicherweise ebenfalls dazu beiträgt, dass das Finale des Buches simpel und oberflächlich wirkt.
Abschliessend kann zusammengefasst werden, dass Shari Lapenas Thriller angenehm zu lesen ist, da die Sprache die Handlung gut auf den Punkt bringt. Die Formulierungen jedoch das Problem darstellen, sich schwerer mit den Charakteren identifizieren oder verbinden zu können. Die auktoriale Erzählperspektive ist sehr gelungen, jedoch wird die Haupthandlung trotz nervenkitzelndem Spannungsaufbau, zu simpel aufgelöst. Der Plot bleibt etwas aus. Dank der direkten Sprache ist es ein gutes Buch, um aus einer Leseblockade herauszufinden.
Lapenas Erzähltechnik ist sehr erfrischend. Im Gegensatz zu vielen anderen Autor*innen verwendet sie meist kurze Sätze, die einen prägnant durch die Geschichte führen. Sie versucht die Dinge so zu benennen, wie sie sind mit präzisen und auf den Punkt gebrachten Formulierungen. Beispielsweise wird direkt klar geschildert, dass die Furcht als Gefühl präsent ist, sodass man nicht von Umschreibungen diese erahnen muss. Zum Beispiel: «Ihr Mann wirkt nervös» (S. 38), oder «Sam sitzt den Detectives verängstigt gegenüber» (S. 362).
Der Nachteil dieser direkten Sprache, die meist stur Handlungsketten beschreibt, ist dass die Empfänglichkeit für die Personen sinkt. Man fühlt sich deutlich weniger verbunden mit den Charakteren. Vor allem die Schwester des Opfers: Lizzie, finde ich als Person im Thriller etwas misslungen. Aufgrund der tief verankerten Eifersucht, die Lizzie gegenüber ihrer Schwester empfindet, kommt sie durch den verwendeten Erzählstil als überaus verbittert herüber. Dort hätte ich mir einen kleinen Exkurs in die Vergangenheit gewünscht, oder zumindest in ihre Gefühlsebene.
Der Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere mag flüchtig wirken, jedoch entscheidet sich Lapena für eine auktoriale Erzählperspektive, die bei mir gut angekommen ist. Ich mochte den Einblick in die Gedankengänge der vorkommenden Personen. Dass der/die Leser*in teils mehr weiss als die Protagonisten finde ich amüsant und gut gelungen. Trotz dem wissentlichen Vorsprung des/der Lesers*in, wird nicht zu viel verraten.
Die Handlung hat mehrere Stränge, was dazu führt, dass der/die Leser*in, in der Hoffnung mehr zu erfahren, weiterliest. Die Haupthandlung wird aus der Perspektive unterschiedlicher Charaktere erzählt und steigert sich. Man will unbedingt herausfinden, was es auf sich hat mit dem Mysterium rund um Bryden Frost. Die Spannung, die sich bildet ist kaum auszuhalten. Für den grandiosen Spannungsaufbau finde ich die Auflösung des Falles etwas zu simpel. Man erwartet etwas Raffinierteres.
Zudem wird das Motiv der Person nur uneindeutig geschildert und es wird darauf keinen Bezug genommen, was unter anderem möglicherweise ebenfalls dazu beiträgt, dass das Finale des Buches simpel und oberflächlich wirkt.
Abschliessend kann zusammengefasst werden, dass Shari Lapenas Thriller angenehm zu lesen ist, da die Sprache die Handlung gut auf den Punkt bringt. Die Formulierungen jedoch das Problem darstellen, sich schwerer mit den Charakteren identifizieren oder verbinden zu können. Die auktoriale Erzählperspektive ist sehr gelungen, jedoch wird die Haupthandlung trotz nervenkitzelndem Spannungsaufbau, zu simpel aufgelöst. Der Plot bleibt etwas aus. Dank der direkten Sprache ist es ein gutes Buch, um aus einer Leseblockade herauszufinden.