Eine perfekte Fassade mit Rissen
**Ein Thriller mit vielen Geheimnissen, aber Luft nach oben**
Das perfekte Paar, das perfekte Zuhause, die perfekte kleine Familie – zumindest scheint es so. Bryden Frost ist eine junge Mutter, die eines Tages spurlos verschwindet. Als ihr Mann Sam von der Kita erfährt, dass Bryden ihre dreijährige Tochter Clara nicht abgeholt hat, macht er sich auf die Suche nach ihr. Zuhause findet er ihre persönlichen Gegenstände, doch von Bryden fehlt jede Spur. Während die Polizei ermittelt, kommen nach und nach Geheimnisse ans Licht, die das vermeintlich harmonische Familienleben in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Doch was ist wirklich passiert?
Shari Lapena erzählt die Geschichte in einem angenehm direkten und schnörkellosen Schreibstil. Ihre kurzen, prägnanten Sätze bringen die Handlung zügig voran und benennen Gefühle klar, ohne sich in langen Beschreibungen zu verlieren. Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich dadurch manchmal etwas auf Abstand zu den Figuren geblieben bin. Viele Charaktere wirken eher blass und erfüllen vor allem den Zweck, neue Verdächtigungen aufkommen zu lassen. Gerade bei Lizzie, Brydens Schwester, hätte ich mir mehr Einblicke in ihre Vergangenheit und ihre Gefühle gewünscht, um ihre tiefe Eifersucht besser nachvollziehen zu können.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, wodurch man Einblicke in die Gedanken unterschiedlicher Figuren erhält. Das fand ich grundsätzlich gelungen, denn dadurch entstehen immer wieder neue Fragen und man bekommt Informationen, die den anderen Charakteren noch fehlen. Gleichzeitig bleibt lange offen, wem man überhaupt trauen kann. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass daraus mehr echtes Miträtseln entsteht. Obwohl fast jeder etwas zu verbergen scheint, fehlte mir stellenweise das typische Hin und Her zwischen verschiedenen Verdächtigen. Auch einige Wiederholungen bremsen die Handlung aus, sodass die Spannung für mich nicht durchgehend aufrechterhalten werden konnte.
Am meisten enttäuscht hat mich letztlich die Auflösung. Nach dem Aufbau mit all den Geheimnissen und möglichen Zusammenhängen hatte ich auf eine raffiniertere Wendung gehofft. Stattdessen wirkte das Ende auf mich zu einfach und stellenweise nicht ausreichend ausgearbeitet. Auch das Motiv hinter der Tat hätte für meinen Geschmack mehr Raum verdient. Dadurch blieb für mich einiges an Potenzial ungenutzt.
"Was sie nicht weiß" ist ein gut lesbarer Thriller mit einem klaren Schreibstil und einer interessanten Ausgangsidee. Die wechselnden Perspektiven sorgen für Abwechslung, doch die Figuren bleiben mir zu oberflächlich, manche Passagen ziehen sich und die Auflösung konnte mich nicht vollständig überzeugen. Insgesamt war es eine unterhaltsame Lektüre, der für mich aber das gewisse Etwas gefehlt hat.
Das perfekte Paar, das perfekte Zuhause, die perfekte kleine Familie – zumindest scheint es so. Bryden Frost ist eine junge Mutter, die eines Tages spurlos verschwindet. Als ihr Mann Sam von der Kita erfährt, dass Bryden ihre dreijährige Tochter Clara nicht abgeholt hat, macht er sich auf die Suche nach ihr. Zuhause findet er ihre persönlichen Gegenstände, doch von Bryden fehlt jede Spur. Während die Polizei ermittelt, kommen nach und nach Geheimnisse ans Licht, die das vermeintlich harmonische Familienleben in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Doch was ist wirklich passiert?
Shari Lapena erzählt die Geschichte in einem angenehm direkten und schnörkellosen Schreibstil. Ihre kurzen, prägnanten Sätze bringen die Handlung zügig voran und benennen Gefühle klar, ohne sich in langen Beschreibungen zu verlieren. Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich dadurch manchmal etwas auf Abstand zu den Figuren geblieben bin. Viele Charaktere wirken eher blass und erfüllen vor allem den Zweck, neue Verdächtigungen aufkommen zu lassen. Gerade bei Lizzie, Brydens Schwester, hätte ich mir mehr Einblicke in ihre Vergangenheit und ihre Gefühle gewünscht, um ihre tiefe Eifersucht besser nachvollziehen zu können.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, wodurch man Einblicke in die Gedanken unterschiedlicher Figuren erhält. Das fand ich grundsätzlich gelungen, denn dadurch entstehen immer wieder neue Fragen und man bekommt Informationen, die den anderen Charakteren noch fehlen. Gleichzeitig bleibt lange offen, wem man überhaupt trauen kann. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass daraus mehr echtes Miträtseln entsteht. Obwohl fast jeder etwas zu verbergen scheint, fehlte mir stellenweise das typische Hin und Her zwischen verschiedenen Verdächtigen. Auch einige Wiederholungen bremsen die Handlung aus, sodass die Spannung für mich nicht durchgehend aufrechterhalten werden konnte.
Am meisten enttäuscht hat mich letztlich die Auflösung. Nach dem Aufbau mit all den Geheimnissen und möglichen Zusammenhängen hatte ich auf eine raffiniertere Wendung gehofft. Stattdessen wirkte das Ende auf mich zu einfach und stellenweise nicht ausreichend ausgearbeitet. Auch das Motiv hinter der Tat hätte für meinen Geschmack mehr Raum verdient. Dadurch blieb für mich einiges an Potenzial ungenutzt.
"Was sie nicht weiß" ist ein gut lesbarer Thriller mit einem klaren Schreibstil und einer interessanten Ausgangsidee. Die wechselnden Perspektiven sorgen für Abwechslung, doch die Figuren bleiben mir zu oberflächlich, manche Passagen ziehen sich und die Auflösung konnte mich nicht vollständig überzeugen. Insgesamt war es eine unterhaltsame Lektüre, der für mich aber das gewisse Etwas gefehlt hat.