Nichts ist so, wie es scheint
Worum geht’s?
Sam bekommt einen Anruf aus dem Kindergarten. Seine Frau Bryden hat ihre gemeinsame Tochter nicht abgeholt. Er holt Clara und macht sich sofort auf den Weg nach Hause. Dort steht Brydens Auto in der Tiefgarage, der Laptop ist aufgeklappt, Handtasche und Handy liegen noch da. Alles wirkt völlig normal. Bis auf die eine entscheidende Frage: Wo ist Bryden?
Meine Meinung:
Auf diesen Thriller war ich wirklich gespannt, denn von Shari Lapena hatte ich schon viel gehört, bislang aber noch nichts von ihr gelesen. Und was soll ich sagen? „Was sie nicht weiß“ hat mich wirklich gefesselt.
Schon optisch ist das Buch mit seinem Farbschnitt ein echter Hingucker. Inhaltlich überzeugt Lapena mit einem direkten, schnörkellosen Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Lediglich der Einstieg hat mich kurz stutzen lassen. Die Sprache wirkt zunächst recht schlicht, sodass ich tatsächlich noch einmal nachgesehen habe, ob ich versehentlich zu einem YA-Thriller gegriffen hatte. Dieser Eindruck verfliegt jedoch schnell, denn schon nach wenigen Kapiteln entfaltet die Geschichte ihre ganze Stärke.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven: der Ermittlerin Jayne, Brydens Ehemann Sam, ihrer Schwester Lizzie, ihrer Mutter Donna und ihrer besten Freundin Paige. Dazu kommen kurze Rückblicke aus Brydens Sicht sowie weitere Handlungsstränge rund um Derek und Alice sowie Tracey und ihren Mann. Obwohl die Perspektivwechsel nicht gesondert gekennzeichnet sind, verliert man nie den Überblick. Auch die Vielzahl der Figuren fügt sich perfekt zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Besonders gut gefallen haben mir die Ermittlungen und die vielen kleinen Details, die den Fall so lebendig machen. Ein echtes Highlight war für mich die True-Crime-Gruppe im Internet, in der Theorien entstehen und Verdächtigungen sich rasend schnell verselbstständigen. Gerade dieser Blick auf die Dynamik sozialer Medien wirkte erschreckend authentisch. Doch Lapena belässt es nicht bei einem Vermisstenfall. Parallel werden ein vermeintlicher Unfall mit Fahrerflucht und eine mutmaßliche Vergewaltigung aufgegriffen. Zwei zusätzliche Handlungsstränge, die die Spannung konstant hochhalten und immer neue Fragen aufwerfen.
Mindestens genauso eindrucksvoll waren für mich die emotionalen Momente. Die Gedanken der Mutter, der Schwester und die Unsicherheit der Menschen im direkten Umfeld gehen unter die Haut. Besonders Clara tat mir unendlich leid. Sie ist ungefähr im Alter meines Sohnes und jede Szene mit ihr hat mir ehrlich gesagt das Herz gebrochen.
Und dann dieses Finale. Mit jeder Seite zieht das Tempo weiter an, die Wendungen überschlagen sich. Habe ich die Auflösung kommen sehen? Kein bisschen. Sie hat mich vollkommen überrascht, war gleichzeitig aber absolut stimmig. Eines steht für mich jedenfalls fest: Das wird garantiert nicht mein letztes Buch von Shari Lapena gewesen sein.
Fazit:
„Was sie nicht weiß“ ist ein fesselnder Pageturner, der weniger auf blutige Schockmomente als auf psychologische Spannung, glaubwürdige Figuren und geschickt platzierte Wendungen setzt. Shari Lapena versteht es hervorragend, Zweifel zu säen, Verdächtigungen ständig neu zu verteilen und die Spannung bis zur letzten Seite hochzuhalten. Lediglich der Einstieg hat sich etwas gezogen. Ansonsten: ein Thriller, der mich bestens unterhalten hat und sicher nicht mein letztes Buch der Autorin bleiben wird.
4 Sterne von mir!
Sam bekommt einen Anruf aus dem Kindergarten. Seine Frau Bryden hat ihre gemeinsame Tochter nicht abgeholt. Er holt Clara und macht sich sofort auf den Weg nach Hause. Dort steht Brydens Auto in der Tiefgarage, der Laptop ist aufgeklappt, Handtasche und Handy liegen noch da. Alles wirkt völlig normal. Bis auf die eine entscheidende Frage: Wo ist Bryden?
Meine Meinung:
Auf diesen Thriller war ich wirklich gespannt, denn von Shari Lapena hatte ich schon viel gehört, bislang aber noch nichts von ihr gelesen. Und was soll ich sagen? „Was sie nicht weiß“ hat mich wirklich gefesselt.
Schon optisch ist das Buch mit seinem Farbschnitt ein echter Hingucker. Inhaltlich überzeugt Lapena mit einem direkten, schnörkellosen Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Lediglich der Einstieg hat mich kurz stutzen lassen. Die Sprache wirkt zunächst recht schlicht, sodass ich tatsächlich noch einmal nachgesehen habe, ob ich versehentlich zu einem YA-Thriller gegriffen hatte. Dieser Eindruck verfliegt jedoch schnell, denn schon nach wenigen Kapiteln entfaltet die Geschichte ihre ganze Stärke.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven: der Ermittlerin Jayne, Brydens Ehemann Sam, ihrer Schwester Lizzie, ihrer Mutter Donna und ihrer besten Freundin Paige. Dazu kommen kurze Rückblicke aus Brydens Sicht sowie weitere Handlungsstränge rund um Derek und Alice sowie Tracey und ihren Mann. Obwohl die Perspektivwechsel nicht gesondert gekennzeichnet sind, verliert man nie den Überblick. Auch die Vielzahl der Figuren fügt sich perfekt zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Besonders gut gefallen haben mir die Ermittlungen und die vielen kleinen Details, die den Fall so lebendig machen. Ein echtes Highlight war für mich die True-Crime-Gruppe im Internet, in der Theorien entstehen und Verdächtigungen sich rasend schnell verselbstständigen. Gerade dieser Blick auf die Dynamik sozialer Medien wirkte erschreckend authentisch. Doch Lapena belässt es nicht bei einem Vermisstenfall. Parallel werden ein vermeintlicher Unfall mit Fahrerflucht und eine mutmaßliche Vergewaltigung aufgegriffen. Zwei zusätzliche Handlungsstränge, die die Spannung konstant hochhalten und immer neue Fragen aufwerfen.
Mindestens genauso eindrucksvoll waren für mich die emotionalen Momente. Die Gedanken der Mutter, der Schwester und die Unsicherheit der Menschen im direkten Umfeld gehen unter die Haut. Besonders Clara tat mir unendlich leid. Sie ist ungefähr im Alter meines Sohnes und jede Szene mit ihr hat mir ehrlich gesagt das Herz gebrochen.
Und dann dieses Finale. Mit jeder Seite zieht das Tempo weiter an, die Wendungen überschlagen sich. Habe ich die Auflösung kommen sehen? Kein bisschen. Sie hat mich vollkommen überrascht, war gleichzeitig aber absolut stimmig. Eines steht für mich jedenfalls fest: Das wird garantiert nicht mein letztes Buch von Shari Lapena gewesen sein.
Fazit:
„Was sie nicht weiß“ ist ein fesselnder Pageturner, der weniger auf blutige Schockmomente als auf psychologische Spannung, glaubwürdige Figuren und geschickt platzierte Wendungen setzt. Shari Lapena versteht es hervorragend, Zweifel zu säen, Verdächtigungen ständig neu zu verteilen und die Spannung bis zur letzten Seite hochzuhalten. Lediglich der Einstieg hat sich etwas gezogen. Ansonsten: ein Thriller, der mich bestens unterhalten hat und sicher nicht mein letztes Buch der Autorin bleiben wird.
4 Sterne von mir!