Verdächtig ist hier wirklich jeder

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testethar Avatar

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Shari Lapena versteht es einfach, alltägliche Situationen in nervenaufreibende Thriller zu verwandeln. Als Bryden plötzlich spurlos aus ihrer eigenen Wohnung verschwindet und scheinbar jede Spur fehlt, beginnt eine Ermittlung, bei der wirklich jeder verdächtig wirkt. Familie, Freunde und Nachbarn, jeder scheint etwas zu verbergen.

Besonders gut gefallen hat mir das hohe Tempo. Die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man ständig weiterlesen möchte. Immer wieder tauchen neue Hinweise auf, nur um kurz darauf wieder infrage gestellt zu werden. Ich hatte mehrmals eine Theorie, nur um sie wenige Seiten später wieder zu verwerfen. Genau diese vielen falschen Fährten machen den Reiz der Geschichte aus.

Auch die Ermittlungsarbeit der Polizei fand ich spannend. Gemeinsam mit der Ermittlerin versucht man, die vielen Puzzleteile zusammenzufügen. Die Figuren sind dabei nicht unbedingt sympathisch, vielmehr wirken viele geheimnisvoll oder sogar unsympathisch. Das passt allerdings gut zur Atmosphäre, denn dadurch gerät nahezu jeder unter Verdacht.

Ganz überzeugt hat mich das Ende allerdings nicht. Die Auflösung kam für meinen Geschmack etwas zu schnell und hätte noch etwas mehr Raum vertragen. Trotzdem schafft es Shari Lapena bis zum Schluss, die Spannung hochzuhalten und mit einigen überraschenden Wendungen zu überraschen.