Beklemmend

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Die Gestaltung von Wenn die Bienen schweigen wirkt auf mich sehr reduziert und dadurch umso eindringlicher. Schon der Titel hat etwas Leises und Bedrohliches zugleich: Wenn selbst die Bienen verstummen, scheint etwas Grundlegendes aus der Welt verschwunden zu sein.
Die Leseprobe hat mich sofort gepackt. Caryl Lewis entwirft eine düstere Zukunft, in der der Verlust der Bienen nicht nur ökologische Folgen hat, sondern das gesamte menschliche Leben verändert. Besonders stark finde ich, wie still und poetisch dieser Zusammenbruch erzählt wird. Die Sprache ist bildhaft, manchmal fast zart, und gerade dadurch wird die Härte dieser Welt umso spürbarer.
Jess als Erzählerin hat mich sehr berührt. Sie ist wach, nachdenklich und innerlich widerständig, obwohl sie in einem System lebt, das Mädchen kontrolliert, einsperrt und auf ihre Funktion reduziert. Auch Cass ist eine spannende Figur: verletzlich, angepasst und doch voller Angst. Ihre Freundschaft gibt der Geschichte Wärme inmitten einer kalten, grausamen Ordnung.
Der Spannungsaufbau ist beklemmend und wirkungsvoll. Man spürt von Anfang an, dass hinter den Regeln des Camps etwas zutiefst Unmenschliches steht. Gleichzeitig bleibt da dieser kleine Funke Hoffnung: durch Erinnerungen, Geschichten, Bücher und die Vorstellung, dass es irgendwo noch andere Welten geben könnte.
Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil die Leseprobe eine eindringliche, kluge und atmosphärisch starke Geschichte verspricht – über Verlust, Kontrolle, Freundschaft, Fantasie und den Mut, sich innerlich nicht brechen zu lassen.