Das Summen der Rebellion!

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jessyjcb Avatar

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„Wenn die Bienen schweigen“ hat mich positiv überrascht. Die dystopische Welt wirkt erschreckend glaubwürdig, ohne dabei belehrend oder wie ein Sachbuch zu wirken. Statt mit erhobenem Zeigefinger zu arbeiten, verpackt Caryl Lewis ihre Themen in eine moderne, fesselnde Geschichte, die zum Nachdenken anregt, ohne dabei die Handlung aus den Augen zu verlieren.

Besonders gefallen hat mir die Protagonistin. Sie war mir von Anfang an sympathisch, weil sie sich nicht einfach in die vorgegebenen Strukturen einfügt. Ihre rebellische Art zeigt sich nicht nur in ihren Gedanken, sondern auch in ihrem Verhalten und sogar in ihrem Äußeren. Gerade ihre Frisur wird zu einem kleinen, aber bedeutenden Zeichen dafür, dass sie anders sein möchte als die Menschen um sie herum. Dabei spürt man schnell, dass sie diese Stärke auch von ihrer Mutter geerbt hat, die ebenfalls gegen die Regeln aufbegehrt und alles dafür tut, ihre Kinder so lange wie möglich bei sich zu behalten.

Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung ihrer Gedankenwelt. Während die Gesellschaft um sie herum eintönig wirkt und sich fast ausschließlich über Äußerlichkeiten definiert, sind ihre Gedanken voller Leben, Neugier und Fantasie. Dadurch entsteht ein spannender Kontrast zwischen einer grauen, gleichförmigen Welt und einer jungen Frau, die sich ihre Individualität bewahrt hat.

Der Roman liest sich flüssig und entwickelt schnell einen Sog. Die dystopischen Elemente sind interessant ausgearbeitet und wirken gleichzeitig nahbar. Für mich ist „Wenn die Bienen schweigen“ eine gelungene Mischung aus spannender Zukunftsvision, gesellschaftlicher Kritik und einer starken Hauptfigur, deren Geschichte mich bis zum Schluss gefesselt hat.