Ein echt krasser Blick in eine Welt ohne Bienen

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bobo_hamburg Avatar

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In der Geschichte geht es um eine düstere Zukunft, in der die Bienen ausgestorben sind und dadurch die gesamte Natur und Gesellschaft zusammengebrochen ist. Die Welt leidet unter Hitze und Hungersnöten, und die weibliche Hauptfigur lebt mit ihrer besten Freundin Cass in einem streng bewachten Arbeitslager für Mädchen. Die Mädels müssen dort den Job übernehmen, den eigentlich die Insekten gemacht haben, und stundenlang bei praller Sonne Obstbäume von Hand bestäuben. Ich finde, das Buch ist perfekt für Leser ab vierzehn Jahren geeignet, da die Themen echt bedrückend und ziemlich ernst sind.

Das Cover finde ich persönlich extrem gelungen und sehr passend zur Stimmung der Geschichte. Auch wenn ich jetzt vor allem den Fokus auf den starken Titel habe, transportiert die Gestaltung direkt eine sehr melancholische und leicht bedrohliche Atmosphäre, die einen sofort neugierig macht.

Besonders gut gefallen hat mir die realistische und gleichzeitig erschreckende Grundidee, die gar nicht mal so extrem weit hergeholt wirkt. Die Vorstellung, dass das Aussterben einer einzigen Insektenart das komplette Ende der uns bekannten Welt bedeutet, hat mir echt Gänsehaut eingejagt. Auch die intensive Freundschaft zwischen der Protagonistin und Cass bringt einen wunderschönen Lichtblick in diesen harten Lageralltag.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist der extrem deprimierende und schwere Einstieg. Man wird direkt in eine sehr hoffnungslose Welt geworfen und spürt die innere Verzweiflung der Hauptfigur fast schon zu stark. Es dauert ein bisschen, bis man sich in diesem unfassbar bedrückenden Setting zurechtfindet, und man fragt sich zwischendurch wirklich, ob es in dieser Welt überhaupt noch Raum für Hoffnung gibt.

Den Schreibstil von Caryl Lewis finde ich richtig stark, atmosphärisch und wahnsinnig eindringlich. Sie beschreibt die drückende Hitze, den trockenen Staub und die harten Bedingungen im Camp so lebhaft, dass man beim Lesen fast selbst durstig wird. Der Spannungsaufbau in der Leseprobe ist eher ruhig, es gibt keine wilde Action, sondern eine schleichende, ungemütliche Bedrohung durch die kalten Aufseherinnen und rivalisierende Mädchen wie Charmian. Die Charaktere wirken extrem authentisch, besonders die Hauptfigur mit ihrer mutigen, aber auch verletzten Art, und Cass als loyale Stütze an ihrer Seite.

Das Buch ist absolut perfekt für alle Fans von ruhigen, aber extrem tiefgründigen Dystopien wie Die Tribute von Panem oder Die Auswahl geeignet. Wer gerne Bücher liest, die zum Nachdenken anregen und aktuelle ökologische Themen richtig klug verpacken, ist hier an der richtigen Adresse. Weniger geeignet ist die Story für Leute, die durchgehend rasante Action erwarten oder eine fröhliche, leichte Lektüre für zwischendurch suchen.

Alles in allem erwarte ich von der restlichen Geschichte einen extrem spannenden Kampf ums Überleben und vielleicht eine kleine, versteckte Rebellion gegen das grausame System der Camps. Ich bin auf jeden Fall total angefixt und würde das Buch nach dieser heftigen Leseprobe definitiv weiterlesen, weil ich einfach wissen muss, ob die beiden Mädchen einen Ausweg finden.