Beklemmend gut vorstellbar
„Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis ist eine Dystopie welche wirklich unter die Haut geht. Ohne bestäubende Insekten verändert sich das Leben radikal und genau dies zeigt die Autorin auf. Besonders getroffen haben mich die nachdenklichen Momente von Protagonistin Jess in welchen sie sich fragt warum die Menschen früher nichts unternommen haben. Und ja, dadurch werden wir alle direkt angesprochen. Allerdings ohne erhobenen Zeigefinger sondern nur ziemlich emotional. Der Roman hat mich aber auch aus einem anderen Grund begeistert. Die Geschichte ist so unaufgeregt feministisch, feiert Freundschaft und Empowerment und ist auch ein flammender Appell für die Kraft der Kunst und Literatur. Trotz allem war es für mich ganz klar ein Jugendbuch, was sich für mich auch daran zeigt das manch harte Themen wie etwa sexualisierte Gewalt nur angedeutet und nicht explizit beschrieben werden. Auch die Charaktere sind in ihrer Jugendlichkeit gut getroffen. Das Ende ist durch seine gewisse Offenheit einerseits absolut perfekt und stimmig. Andererseits hätte ich aber so gerne noch weiter gelesen und die Protagonistinnen auf ihrem weiteren Weg begleitet. Theoretisch ist zwar Raum für eine Fortsetzung, es wird aber leider keine geben nehme ich an. Das ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und immer weiter lesen wollte sagt eigentlich alles. Sehr gerne vergebe ich für dieses Highlight 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!