Ein Buch wie eine Warnung

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tilia Avatar

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Caryl Lewis führt uns in eine Welt, in der es keine Bienen mehr gibt. Obstbäume werden von jungen Mädchen, die in Camps leben, mit Pinseln bestäubt. Die Mädchen gehen nicht in die Schule, sie arbeiten von morgens bis abends auf den Obstplantagen. Bücher sind verboten.

Die Schilderung des Lebens der Mädchen in den Camps ist beklemmend. Getrennt von ihren Müttern und ihren Geschwistern müssen sie in einem strengen System ihre Aufgabe (das Bestäuben) Tag für Tag erledigen. Das Aufsichtspersonal (Wächter und "Mütter" genannte ältere Frauen) ist unerbittlich und streng.

Es besteht keine freie Partnerwahl für die Mädchen. Die nach biologischen Kriterien am besten passenden jungen Männer (das jeweilige "Match") wird ihnen per Zwangsheirat zugewiesen. Es gibt keine Selbstbestimmung für die Mädchen.

Die junge Jess hat vor ihrem Eintritt ins Camp durch Erzählungen ihrer Mutter eine Vorstellung von einer anderen Welt mitbekommen, in der es noch Bienen, Freiheit, Kreativität und Geschichten/Bücher gab.

Im Laufe der Zeit wächst in Jess der Drang, aus dem Camp auszubrechen. Die Autorin schildert meisterhaft, wie es durch Jess unter Einsatz ihrer Kreativität zu einer Rebellion gegen das totalitäre System kommt. Kreativität, eigenes Denken, Mut und Zuversicht spielen dabei eine große Rolle.

Fazit:

Der Roman weist Parallelen zu heute bestehenden Missständen in Natur und Gesellschaft auf. Das Bienensterben ist beispielsweise seit Jahren bekannt. Ein deutscher Biosaft-Hersteller arbeitet schon länger mit menschlichen Bestäubern.

Dieses Buch ist wie eine Warnung für seine Leserschaft, dass es mit unserer Welt nicht soweit kommen darf, wie es in dem Roman geschildert wird.