Die Macht der Pinsel
In einer nicht allzu entfernten Zukunft sind die Bienen ausgestorben. Um die Bäume zu bestäuben, steigen junge Mädchen auf Leitern und tragen den Blütenstaub mit dem Pinsel auf. Jess ist eines dieser Mädchen. Wie alle in ihrem Alter ist sie in einem Camp eingesperrt. Solange diese Mädchen noch nicht ihre Periode haben, müssen sie mit dem Pinsel arbeiten. In dem Moment, in dem sie bluten, aber spätestens mit sechzehn Jahren, werden sie verheiratet und sollen der Gesellschaft als Mütter künftiger Blütenbestäuberinnen oder Soldaten dienen. Doch Jess hat von ihrer Mutter so einiges an Bildung mitbekommen und je länger sie im Camp weilt, desto mehr sträubt sich alles in ihr gegen diese Ungerechtigkeiten. Und eines Nachts nimmt sie den Pinsel aus anderen Gründen in die Hand, malt ein Bild und zeigt den anderen eine Welt, wie sie sein könnte.
Dieses Buch ist eine Art Handmaid's Tale für Jugendliche. Es ist ja mittlerweile bekannt, dass wir das Aussterben von Bienen kaum selbst überleben, aber dennoch lassen wir den Klimawandel fröhlich lächelnd zu. In der Figur der Jess wird genau dieses Verhalten hinterfragt, reflektiert und auf jugendgerechte Weise aufbereitet; das Buch könnte daher auch sehr gut als Schullektüre dienen. Mir hat diese Herangehensweise gut gefallen, allerdings gibt es auch Fragen. Wenn all diese Mädchen - und auch schon die Generation davor - keine Schulbildung mehr bekommt und die wenigsten noch etwas von den älteren Generationen gelernt haben: Woher kommt dann ihre durchweg gebildet klingende Sprache und die Fähigkeit zu überdenken? Ob ein paar Bilder so manipulierte Mädchen zu einer Rebellion führen könnten, wage ich deshalb zu bezweifeln. Auch bin ich der Meinung, dass in solchen Camps viel eher Exempel statuiert werden würden, Arbeiterinnen und zukünftige Mütter hin oder her. Das Ende ist ambivalent und kann individuell interpretiert werden, was zum Nachdenken anregt, auch das ist eine gute Art, das Buch in Erinnerung zu halten. Alles in allem eine starke Jugendlektüre.
Dieses Buch ist eine Art Handmaid's Tale für Jugendliche. Es ist ja mittlerweile bekannt, dass wir das Aussterben von Bienen kaum selbst überleben, aber dennoch lassen wir den Klimawandel fröhlich lächelnd zu. In der Figur der Jess wird genau dieses Verhalten hinterfragt, reflektiert und auf jugendgerechte Weise aufbereitet; das Buch könnte daher auch sehr gut als Schullektüre dienen. Mir hat diese Herangehensweise gut gefallen, allerdings gibt es auch Fragen. Wenn all diese Mädchen - und auch schon die Generation davor - keine Schulbildung mehr bekommt und die wenigsten noch etwas von den älteren Generationen gelernt haben: Woher kommt dann ihre durchweg gebildet klingende Sprache und die Fähigkeit zu überdenken? Ob ein paar Bilder so manipulierte Mädchen zu einer Rebellion führen könnten, wage ich deshalb zu bezweifeln. Auch bin ich der Meinung, dass in solchen Camps viel eher Exempel statuiert werden würden, Arbeiterinnen und zukünftige Mütter hin oder her. Das Ende ist ambivalent und kann individuell interpretiert werden, was zum Nachdenken anregt, auch das ist eine gute Art, das Buch in Erinnerung zu halten. Alles in allem eine starke Jugendlektüre.