Ein Jugendbuch, das auch Erwachsene zum Nachdenken über die Natur anregt
Das schlichte Cover scheint auf das große Schweigen zu verweisen, das diese Geschichte einleitet. Caryl Lewis entwirft in ihrem Buch ein erschreckend realistisches Zukunftsszenario, das mich tief berührt und nachdenklich stimmt, vermisseich doch selbst die Bienen. Die Geschichte setzt Jahre nach dem lautlosen Aussterben der letzten Bienen ein, woraufhin ein brutales Militärsystem die Macht übernommen hat. Mädchen werden im Alter von elf Jahren in Camps gezwungen, um in erbarmungsloser Hitze Obstbäume per Hand zu bestäuben – eine monotone Arbeit. Sobald sie fruchtbar sind, werden sie zwangsverheiratet. Inmitten dieser Trostlosigkeit weigert sich die dreizehnjährige Jess jedoch, ihre Freiheit aufzugeben. Durch heimlich gerettete Bücher und die Erzählungen ihrer Mutter weiß sie noch von einer anderen, farbenfrohen Welt. Als sie zufällig an Farbtuben gelangt und ein leuchtendes Bild an die große Campmauer malt, entfacht sie damit den Funken der Rebellion unter den Mädchen.
Die Umsetzung dieses düsteren Settings ist der Autorin perfekt gelungen. Der Schreibstil, aus dem Englischen übersetzt von Anu Stohner, ist von einer poetischen, fast melancholischen Dichte. Lewis verzichtet auf Effekthascherei und lässt die Bedrohung und die emotionale Enge der Schlafsäle durch leise Beobachtungen spürbar werden. Auch die Figuren wirken authentisch: Jess ist eine starke Protagonistin, deren innere Sehnsucht nach Freiheit durch die Kraft der Kunst ausbricht. Die Dynamik zwischen den Mädchen im Camp – von tiefem Misstrauen bis hin zu Momenten absoluter Solidarität bei Panikattacken – ist psychologisch dicht gezeichnet.
„Wenn die Bienen schweigen“ ist mehr als eine klassische Dystopie. Es ist ein flammendes Plädoyer für die Kraft der Fantasie, die Kunst und die unschätzbare Bedeutung der vermeintlich kleinen Dinge in unserer Natur. Ich empfehle dieses atmosphärische Buch allen Leser*innen ab 12 Jahren sowie Erwachsenen, die tiefgründige Geschichten wie „Der Report der Magd“ schätzen.
Die Umsetzung dieses düsteren Settings ist der Autorin perfekt gelungen. Der Schreibstil, aus dem Englischen übersetzt von Anu Stohner, ist von einer poetischen, fast melancholischen Dichte. Lewis verzichtet auf Effekthascherei und lässt die Bedrohung und die emotionale Enge der Schlafsäle durch leise Beobachtungen spürbar werden. Auch die Figuren wirken authentisch: Jess ist eine starke Protagonistin, deren innere Sehnsucht nach Freiheit durch die Kraft der Kunst ausbricht. Die Dynamik zwischen den Mädchen im Camp – von tiefem Misstrauen bis hin zu Momenten absoluter Solidarität bei Panikattacken – ist psychologisch dicht gezeichnet.
„Wenn die Bienen schweigen“ ist mehr als eine klassische Dystopie. Es ist ein flammendes Plädoyer für die Kraft der Fantasie, die Kunst und die unschätzbare Bedeutung der vermeintlich kleinen Dinge in unserer Natur. Ich empfehle dieses atmosphärische Buch allen Leser*innen ab 12 Jahren sowie Erwachsenen, die tiefgründige Geschichten wie „Der Report der Magd“ schätzen.