Eine Dystopie - durchaus denkbar
„Wenn die Bienen schweigen“ ist eine düstere Dystopie. Ein Jugendbuch, das die Welt am Abgrund zeigt.
Caryl Lewis verrät am Ende des Buches, dass ihr diese Geschichte schon lange im Kopf herumsummte. Ein schönes Bild, zumal es hier um die Bienen geht, die allerdings mittlerweile schweigen – sie als Imkerin weiß um das Bienensterben.
Der Ich-Erzählerin Jess begegne ich erstmals, als sie und ihr Bruder Shey noch bei ihrer Mutter leben. Aber nicht mehr lange, mit elf Jahren müssen alle Mädchen in ein Camp, um per Hand, auf einer Leiter stehend, die Obstbäume zu bestäuben. Jess ist schon dreizehn, als sie weg muss, da ihre Mutter ihre Geburtsurkunde so gut hat fälschen lassen, dass es niemandem auffällt.
Und nun ist sie hier, in diesem Camp, das Platz für 500 Mädchen bietet. Eines von vielen, in einem Land, das namentlich nicht benannt wird. Aufpasserinnen, die Mutter genannt werden, sorgen für Zucht und Ordnung, unterstützt von Wächtern. Vater Renatus führt das Camp mit harter Hand, gleich nach der Ankunft müssen die Mädchen den Treueschwur gegenüber General Porter ablegen. Schon allein diese ersten Eindrücke sind beklemmend. Von nun an werden sie tagsüber bei flirrender Hitze auf den Leitern stehen, um Blüte um Blüte mit Pinseln zu bestäuben. So lange, bis sie im gebärfähigen Alter sind und sie zwangsverheiratet werden mit ihrem genetischen Match, einem Jungen, den sie nie zuvor gesehen haben.
Bücher sind verboten, Bildung gibt es nicht mehr. Schon allein dieser Aspekt zeigt, wie Leute gefügig gemacht werden. Im Gegensatz zu den meisten Mädchen hütet Jess jedoch einen Schatz, den ihr einst ihre Mutter mitgegeben hat. Sie kann lesen, sie und Shey wurden von ihrer Mutter heimlich unterrichtet, so gut es eben ging. Und Jezz weiß auch anders mit einem Pinsel umzugehen, eines Tages zeigt sie eine Welt der Farben auf, welche die einen staunen lässt und die anderen in Alarmbereitschaft versetzt.
Das Bienensterben ist Realität, genau so der Klimawandel. Aber – lernen wir daraus? Noch leben wir im Überfluss, wissen zumindest in unserer westlichen Welt nicht zu schätzen, wie wertvoll uns die Nahrungsmittel sein sollten. Das Aussterben der Bienen hätte zur Folge, dass es viele Nahrungsmittel nicht mehr geben würde, da über siebzig Prozent der Nutzpflanzen von Bienen bestäubt werden. Es käme zu einem Dominoeffekt, zu Ernteausfällen. Pflanzen würden verschwinden, ebenso Tiere, die ihre Nahrungsquellen verlieren würden. Dies ist nur ein Abriss dessen, was uns die Autorin am Ende dieses Buches noch mitgibt wie auch die heute schon praktizierte Bestäubung von Hand - als Beispiel führt sie die Obstplantagen im chinesischen Sichuan an.
Ein düster gezeichnetes Szenario über den Kollaps der Natur, in dem es einige wenige gibt, die daraus ihren Nutzen ziehen würden, ein alle unterdrückendes System wäre eine Folge dessen. Ein Buch, das nachdenklich macht, ein Buch für jung und alt, wie ich finde. Ein Buch, das gelesen werden sollte.
Caryl Lewis verrät am Ende des Buches, dass ihr diese Geschichte schon lange im Kopf herumsummte. Ein schönes Bild, zumal es hier um die Bienen geht, die allerdings mittlerweile schweigen – sie als Imkerin weiß um das Bienensterben.
Der Ich-Erzählerin Jess begegne ich erstmals, als sie und ihr Bruder Shey noch bei ihrer Mutter leben. Aber nicht mehr lange, mit elf Jahren müssen alle Mädchen in ein Camp, um per Hand, auf einer Leiter stehend, die Obstbäume zu bestäuben. Jess ist schon dreizehn, als sie weg muss, da ihre Mutter ihre Geburtsurkunde so gut hat fälschen lassen, dass es niemandem auffällt.
Und nun ist sie hier, in diesem Camp, das Platz für 500 Mädchen bietet. Eines von vielen, in einem Land, das namentlich nicht benannt wird. Aufpasserinnen, die Mutter genannt werden, sorgen für Zucht und Ordnung, unterstützt von Wächtern. Vater Renatus führt das Camp mit harter Hand, gleich nach der Ankunft müssen die Mädchen den Treueschwur gegenüber General Porter ablegen. Schon allein diese ersten Eindrücke sind beklemmend. Von nun an werden sie tagsüber bei flirrender Hitze auf den Leitern stehen, um Blüte um Blüte mit Pinseln zu bestäuben. So lange, bis sie im gebärfähigen Alter sind und sie zwangsverheiratet werden mit ihrem genetischen Match, einem Jungen, den sie nie zuvor gesehen haben.
Bücher sind verboten, Bildung gibt es nicht mehr. Schon allein dieser Aspekt zeigt, wie Leute gefügig gemacht werden. Im Gegensatz zu den meisten Mädchen hütet Jess jedoch einen Schatz, den ihr einst ihre Mutter mitgegeben hat. Sie kann lesen, sie und Shey wurden von ihrer Mutter heimlich unterrichtet, so gut es eben ging. Und Jezz weiß auch anders mit einem Pinsel umzugehen, eines Tages zeigt sie eine Welt der Farben auf, welche die einen staunen lässt und die anderen in Alarmbereitschaft versetzt.
Das Bienensterben ist Realität, genau so der Klimawandel. Aber – lernen wir daraus? Noch leben wir im Überfluss, wissen zumindest in unserer westlichen Welt nicht zu schätzen, wie wertvoll uns die Nahrungsmittel sein sollten. Das Aussterben der Bienen hätte zur Folge, dass es viele Nahrungsmittel nicht mehr geben würde, da über siebzig Prozent der Nutzpflanzen von Bienen bestäubt werden. Es käme zu einem Dominoeffekt, zu Ernteausfällen. Pflanzen würden verschwinden, ebenso Tiere, die ihre Nahrungsquellen verlieren würden. Dies ist nur ein Abriss dessen, was uns die Autorin am Ende dieses Buches noch mitgibt wie auch die heute schon praktizierte Bestäubung von Hand - als Beispiel führt sie die Obstplantagen im chinesischen Sichuan an.
Ein düster gezeichnetes Szenario über den Kollaps der Natur, in dem es einige wenige gibt, die daraus ihren Nutzen ziehen würden, ein alle unterdrückendes System wäre eine Folge dessen. Ein Buch, das nachdenklich macht, ein Buch für jung und alt, wie ich finde. Ein Buch, das gelesen werden sollte.