Gesellschaftskritische Jugend-Dystopie

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verena Avatar

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"Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis ist ein origineller dystopischer Roman mit Botschaft. Der Schauplatz ist eine Welt, in der Bienen ausgestorben sind und dafür junge Mädchen aus ihren Familien gerissen werden, um jede Blüte per Hand zu bestäuben.

Die Atmosphäre ist düster und passt hervorragend zum Genre und Thema. Die Kapitel sind kurz und der Schreibstil angenehm. Die Bedeutung von Bienen für unser Ökosystem wird anschaulich geschildert, was die Verantwortung von uns Menschen für die Umwelt verdeutlicht. Zudem geht es unterschwellig auch um Misogynie, da es die Mädchen sind, die gezwungen werden in großen Camps unter schlechten Bedingungen zu leben und die Pflanzen zu bestäuben bis sie alt genug sind, um zwangsverheiratet zu werden und selbst Kinder zu zeugen. Diese Mischung aus gesellschaftlich relevanten Themen hat mir besonders gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass durch den Fokus auf die Hauptfigur Jess, das politische und gesellschaftliche System der dystopischen Welt nur teilweise erläutert wird. Ich hätte mir hier etwas mehr gewünscht, damit die Gesellschaftskritik noch tiefer gegangen wäre.

Insgesamt ist "Wenn die Bienen schweigen" ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Es geht um die Beziehung von Menschen zur Tier- und Pflanzenwelt und die Verantwortung, die wir für unsere Umwelt tragen. Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich mit dem Klimawandel und unserer Gesellschaft auf literarische Weise auseinandersetzen möchte und kein Problem mit dem Stil von Jugendbüchern hat.