Gute Grundidee

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zippi Avatar

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Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, müssen Mädchen in Camps die Obstbäume von Hand bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet und haben kaum Einfluss auf ihr eigenes Leben. Als Jess durch Zufall an Farben gerät und ein Bild an die Mauer malt, setzt sie etwas in Bewegung, das nicht mehr aufzuhalten ist.

Die Grundidee des Romans hat mir gut gefallen. Besonders die Verbindung zwischen dem Aussterben der Bienen und einer Gesellschaft, in der junge Mädchen die Rolle der Bestäuberinnen übernehmen müssen, fand ich originell und bedrückend zugleich. Auch die Themen Kunst, Fantasie und Geschichten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung und zeigen, wie mächtig freie Gedanken sein können.

Jess ist eine sympathische und mutige Protagonistin, die sich immer stärker gegen die Regeln ihrer Welt auflehnt. Dabei greift der Roman wichtige Themen wie Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und verbotene Liebe auf.

Trotzdem blieb die Geschichte für mich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Viele Entwicklungen waren recht vorhersehbar und ich hatte oft das Gefühl, eine Dystopie für Einsteiger zu lesen. Die Handlung ließ sich angenehm lesen und ich wollte durchaus wissen, wie Jess' Geschichte weitergeht, wirklich spannend wurde es für mich jedoch selten.

Besonders gefallen hat mir die Symbolik rund um Farben, Kunst und Fantasie. Diese Elemente verleihen der Geschichte eine eigene Note und heben sie von anderen Dystopien etwas ab. Das offene Ende mit der Suche nach Jess' Familie ließ zwar Raum für Hoffnung, konnte meine Gesamtbewertung aber nicht mehr entscheidend verändern.

Insgesamt ist Wenn die Bienen schweigen eine gut lesbare Jugenddystopie mit einer interessanten Grundidee und wichtigen Botschaften. Wer noch nicht viele Dystopien gelesen hat, dürfte hier vermutlich stärker mitfiebern als erfahrene Genre-Leserinnen und -Leser.