Jugenddystopie

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kuddel Avatar

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Diese Dystopie für Jugendliche ist sehr gut gelungen. Es wird anschaulich aufgezeigt, wie schnell eine Gesellschaft sich unter bestimmten Gegebenheiten verändern kann. Hier sind die Bienen aufgrund des Klimawandels ausgestorben.
Mädchen ab 11 Jahren müssen ihre Familien verlassen und in Lager, dort leben sie gemeinsam und müssen täglich auf Obstplantagen oder in Gewächshäusern Blüten bestäuben. Sie übernehmen die Arbeit der Bienen mit kleinen Pinseln. Die Jungen müssen zum militärischen Dienst.
Das Leben der Kinder ist völlig reglementiert und sehr armselig. Es gibt keine Bildung, nur Arbeit. Die Gruppendynamik ist teils grausam, wirkt aber sehr authentisch.
Die Hauptfigur Jess hebt sich von den anderen Mädchen ab. Sie kann lesen, schreiben, interessante Geschichten erzählen und malt leidenschaftlich gern. Ihre Mutter fälschte ihre Papiere, um sie vor dem Lager zu bewahren, so ist sie bereits 13, als sie dort eintrifft.
Das Leben im Lager ist erdrückend und schauderhaft. Die Zeit dort wird i.d.R. mit einer Zwangsheirat beendet, um für neue Arbeiter zu sorgen.
Jess lernt durch Zufall einen jungen Soldaten kennen, der ihre Gedanken zu spiegeln scheint. Er besorgt ihr Farben, mit denen sie heimlich ein Bild an eine Mauer malt. Diese kleine Rebellion löst unerwartete Hoffnung bei den Mädchen aus und sorgt für große Unruhe und viele neue Ideen. Die Lagerleitung greift hart durch, um das patriarchale System zu stützen. Eine Wiederholung soll unbedingt verhindert werden, aber Jess will nicht aufgeben. Sie träumt von einem Land im Norden, wo es noch Bienen gibt und eine andere Gesellschaft lebt.

Das Buch ist sehr spannend und eingängig geschrieben, so dass man leicht durch die Seiten fliegt. Die Grausamkeit und Düsternis ist dem Alter der Zielgruppe angemessen. Die Themen Klimawandel, Bienensterben, Unterdrückung, Kinderarbeit, Widerstand, Freiheit, Kunst bzw. Bildung werden zwar nur angeschnitten, sind aber glaubhaft eingebaut. Als erwachsene Leserin hätte ich mir mehr Infos zu manchen Themen gewünscht, aber die Kinder fanden das Ausmaß genau richtig. Vieles klingt realistisch und so halt die Geschichte noch lange nach.