Jungend-Dystopie - mit erschreckend aktueller Botschaft

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Die Welt und das Leben sind anders: Bienen sind vor einigen Jahren ausgestorben, die Erde ist heiß und trocken und Wasser und Nahrung ist knapp. Junge Mädchen ab elf Jahren werden in Camps gezwungen in denen sie per Hand Blüten bestäuben. Auch die Jungen verlassen ihre Familien und leisten Militärdienst als Wachen. Jess, die im Camp eine Außenseiterin ist, weil sie erst spät dazu kam, träumt von der vergangenen Welt, die ihr ihre Mutter und die ältere Nachbarin geschildert haben. Als ihr Eliot, ein junger Soldat, Farben zukommen lässt, malt sie mit diesen und dem Pinsel, der sonst zum Bestäuben genutzt wird, ein ergreifendes leuchtendes Bild. Ein Gedanke an Freiheit ist gesät.

Das Buch wird als Jugendbuch beworben, eignet sich aber durchwegs auch als Lektüre für Erwachsene. Eben auch weil diesen ein solcher Ausblick nicht schadet, denn man bekommt durch dieses Buch doch die Folgen einer Änderung des Klimas, der Tierwelt und der politischen Gegebenheiten mit. Man denkt gerne, dass alles utopische Fantasie ist. Doch viele Aspekte der Geschichte sind durchwegs schon in gewissen Formen in gewissen Regionen Realität.

Die Sprache ist doch eher einfach gehalten, allerdings dennoch schön, gefühlvoll und auch atmosphärisch packend. Die bedrückende Atmosphäre schwappt auf den Leser über. Es fällt leicht sich in die Lebensrealität von Jess und den anderen jungen Mädchen hineinzuversetzen. Viele Themen, die auch in einer nicht dystrophischen Welt bedeuten sind kommen vor: Umgang mit Mobbing, Frauenrechten, Freundschaft, Hoffnung, Liebe und schlichtweg das Erwachsen werden.

Der Roman selbst, konzentriert sich hauptsächlich auf das Leben im Camp der jungen Mädchen und deren Arbeit. Etwas weniger erfährt man über die Welt darum herum. Unklar ist in welchem Jahr und in welcher Region die Geschichte spielt und wie es dazu kam das dieses ja sagen wir Regime so gestaltet ist wie es ist. Allerdings funktioniert die Erzählung auch ohne diesem.

Definitiv lesenswert - nicht nur für Jugendliche - , da man neben Unterhaltung auch viel Stoff zum Nachdenken bekommt.