Mehr als eine Dystopie

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kalligrafin Avatar

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Was wäre, wenn es keine Bienen mehr geben würde? Dieser Frage geht die walisische Autorin Caryl Lewis nach. Ihr vorheriger Roman "Wilder Honig" hatte mich bereits fasziniert und darum habe ich mich zu dieser weiteren Lektüre entschlossen – und wurde nicht enttäuscht.
Die passionierte Hobbyimkerin geht in der Dystopie gezielt auf das Aussterben der Bienen ein und zeigt die Folgen für die Gesellschaft auf.

Das junge Mädchen Jess lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Shey zusammen, bis das Essen durch das Ausbleiben der Ernten rationiert wird und Soldaten für die Kriege benötigt werden.

Die Autorin bedient sich bestimmter Muster, die Menschen aus Kriegsgebieten schildern. Furcht, Angst und das eigene Überleben spielen eine zentrale Rolle in dem Roman, der so fesselnd und grau geschrieben ist, dass es beinahe keine Hoffnung mehr zu geben scheint. Bis Jess mehr und mehr aus alten Büchern über den wahren Einsatz von Pinseln, die sie wie alle noch nicht gebährfähigen Mädchen in einem Camp zum Bestäuben der Blüten verwenden muss, erkennt.

Fazit: Ein packender Roman, der mich an "The Handmaid's Tale" oder "Tribute von Panem" erinnert hat. Die Liebe zu denen Bienen und der Kunst wird von der Autorin sehr schön nahegbracht und hinterlässt den Leser mit nachdenklichen Fragen zum Umgang mit der Natur und der gelebten Gesellschaft.