Packender, dystopischer Roman, der nachdenklich stimmt!

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marikasu Avatar

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"Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis ist ein aufwühlender und absolut lesenswerter Jugendroman, der das Bienensterben mit all seinen weitreichenden katastrophalen Folgen für die menschliche Zivilisation, zum Thema hat. Das Buch ist im dtv-Verlag erschienen und wurde von Anu Stohner ins Deutsche übersetzt. Der Roman liest sich trotz seiner 304 Seiten, die in 42 kurze Kapitel aufgeteilt sind, sehr schnell und flüssig.
Mich haben das Bienencover des Buches sowie der Inhalt des Klapptextes sofort angesprochen.
Der Einstieg in den Roman gestaltet sich ruhig und unaufgeregt, ohne jedoch langweilig zu sein. Der sehr bildhafte und emotionale Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass der Leser sofort in die Geschichte eintaucht.
Die sanft anmutende, unaufgeregte Sprache der Autorin steht im Kontrast zu den Grausamkeiten, die im Buch beschrieben werden.
Die sehr aufwühlende Geschichte ist aus der Perspektive der 13-jährigen Jess geschrieben, einem Mädchen, dass in der Zeit nach dem Bienensterben aufwächst und die Welt davor nur aus den Erzählungen ihrer Mutter kennt. Sie schildert sehr abgeklärt und nüchtern wie sich die Welt nach dem ökologischen Kollaps negativ verändert hat. Es herrscht nun eine graumsame Militärdiktatur, die Mädchen und Frauen jeglicher Grundrechte beraubt und sie als Arbeitssklaven für die manuelle Bestäubung von Pflanzen mißbraucht. Sehr beklemmend fand ich die Stelle im Buch als Jess bei ihrer Ankunft im Arbeitscamp resigniert feststellt, sie habe nun verstanden, dass ihr Körper und ihr Leben nicht mehr ihr gehören. Man kann die Verzweiflung von Jess förmlich spüren als sie sich zu Recht fragt wie es denn nur so weit hat kommen können? Warum denn niemand rechtzeitg etwas dagegen unternommen hat?
Jess, hat mich beim Lesen sehr beeindruckt. Sie macht im Laufe der Geschichte eine innere Entwicklung durch: Vom resignierten Mädchen reift sie zur rebellischen Widerstandskämpferin die einen stillen Protest anführt. Als sie eines Tages verbotene Farben findet und damit ein ausdrucksstarkes Bild an die Campmauer malt, entfacht sie so auch den Kampfgeist der anderen.
Die Kunst steht symbolisch für die Hoffnung auf eine bessere Zeit.
Auch die Darstellung der anderen Charaktere des Buches fand ich sehr gelungen:
Da ist zum einen die fiese und intrigante Charmian, die Jess und den anderen Mädchen im Camp das Leben schwer macht. Oder die sensible Cass. Sie ist Jess beste Freundin und droht unter dem Druck des Arbeitscamps zusammenzubrechen. Der empathische Wärter Eliot wird zu Jess`wichtigstem Helfer bei ihrer heimlichen Kunstaktion.
Alles in allem ein sprachlich und inhaltlich sehr gelungenes Werk der Autorin!
Dieser tiefgründige Jugendroman regt zum Nachdenken an und wirkt lange nach dem Lesen nach. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!