Wir sind die Früchte, die man pflückt
In „Wenn die Bienen schweigen“ entwirft Caryl Lewis eine realistisch wirkende Jugenddystopie, die spannend, beklemmend und hoffnungsvoll zugleich ist. Die 13-jährige Jess lebt mit 500 weiteren Mädchen verschiedener Altersstufen in einem Camp, in dem sie unter widrigen Bedingungen manuell Obstbäume bestäuben müssen. Denn nachdem die Bienen ausgestorben sind und diverse Kipppunkte in Bezug auf den Klimawandel überschritten wurden, kam es zu Nahrungsmittelknappheit, Unterversorgung, Unruhen und Kriegen. In dem Land, in dem Jess geboren wurde, herrscht nun eine patriarchale Militärdiktatur, die junge Menschen in verschiedene Aufgaben zwingt und Mädchen, sobald sie ihre Periode bekommen, zwangsverheiratet, um für eine nachwachsende Bevölkerung zu sorgen. Der Roman thematisiert dabei vor allem die Rolle der bzw. Auswirkung auf die Jugend - die Früchte, die gepflückt werden.
Dank des angenehmen Schreibstils und der fesselnden Ich-Erzählung der Hauptfigur Jess, wurde ich von Beginn an tief in die Geschichte gesogen. Der Roman ließ sich unglaublich flüssig lesen und entwickelte von Anfang an eine beklemmende Atmosphäre, der ich mich kaum entziehen konnte. Besonders der Gedanke, dass nicht ein großer Krieg, sondern das endgültige Verschwinden eines so kleinen und leider oft unterschätzten Lebewesens wie der Biene unsere Welt ins Wanken bringen könnte, hat mich immer wieder nachdenklich gemacht. Gerade weil der Rückgang der Insekten etwas ist, das wir heute bereits beobachten, in China bereits seit Jahrzehnten auf manuelle Bestäubung zurückgegriffen wird und inzwischen viele Kippunkte in Bezug auf den Klimawandel überschritten wurden, wirkte die Geschichte auf mich erschreckend nahbar.
Eine große Stärke des Romans waren für mich die Figuren. Dabei ist Jess eine wirklich starke Protagonistin, mit der ich sehr gerne mitgefiebert habe. Ihre Freundschaften, ihr Mut und ihre kleinen und großen Momente des Widerstands haben mir oft Hoffnung gemacht. Selbst dann, wenn die Situation im Camp kaum auszuhalten war. Das Leben dort empfand ich als unglaublich verstörend. Nicht nur wegen der offensichtlichen Unterdrückung, sondern vor allem wegen der vielen kleinen Demütigungen und der ständigen Kontrolle und erinnerten mich an den Roman „The Handmaids Tale“ von Margaret Atwood. Aber auch andere Figuren, die die Handlung stützten, wurden interessant gezeichnet und wuchsen einem entweder sehr ans Herz oder wirkten für absolute Antipathie.
Auch die Botschaft des Buches konnte mich überzeugen. Es ging dabei nicht nur um den Klimawandel, sondern genauso um Macht, Unterdrückung, Selbstbestimmung, patriarchale Strukturen und darum, wie wichtig Bildung, Zusammenhalt und kritisches Denken sind. Immer wieder musste ich an bekannte Roman-Dystopien denken, aber auch an gegenwärtige, politische Entwicklungen. Gleichzeitig blieb der Roman aber für mich klar eine Jugend-Dystopie.
Für einen Jugendroman fand ich das Buch wirklich sehr gelungen, an einigen Stellen merkte ich das Zielalter allerdings deutlich. Manche Entwicklungen gingen mir zu schnell, einige Figuren vertrauten sich für meinen Geschmack etwas zu früh und auch der Widerstand entwickelte sich sehr rasant. Ich hätte mir insgesamt mehr Zeit für die Welt, ihre politischen Strukturen und die Rebellion außerhalb des Lagers gewünscht. Gerade das für mich überhastete Ende und der ein oder andere Meister Zufall hinterließen bei mir das Gefühl, dass hier noch viel Potenzial für mehr Tiefe gewesen wäre.
Trotzdem hat mich der Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich wollte ständig wissen, wie es weitergeht, habe mit den Figuren gelitten und gehofft und konnte den Roman kaum aus der Hand legen. „Wenn die Bienen schweigen“ ist eine eindrückliche Jugend-Dystopie mit einer wichtigen Botschaft, die mich emotional erreicht und lange beschäftigt hat. In meinen Augen ist es ein gutes Lehrstück für die Zielgruppe, auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Komplexität und Ausarbeitung gewünscht hätte.
Dank des angenehmen Schreibstils und der fesselnden Ich-Erzählung der Hauptfigur Jess, wurde ich von Beginn an tief in die Geschichte gesogen. Der Roman ließ sich unglaublich flüssig lesen und entwickelte von Anfang an eine beklemmende Atmosphäre, der ich mich kaum entziehen konnte. Besonders der Gedanke, dass nicht ein großer Krieg, sondern das endgültige Verschwinden eines so kleinen und leider oft unterschätzten Lebewesens wie der Biene unsere Welt ins Wanken bringen könnte, hat mich immer wieder nachdenklich gemacht. Gerade weil der Rückgang der Insekten etwas ist, das wir heute bereits beobachten, in China bereits seit Jahrzehnten auf manuelle Bestäubung zurückgegriffen wird und inzwischen viele Kippunkte in Bezug auf den Klimawandel überschritten wurden, wirkte die Geschichte auf mich erschreckend nahbar.
Eine große Stärke des Romans waren für mich die Figuren. Dabei ist Jess eine wirklich starke Protagonistin, mit der ich sehr gerne mitgefiebert habe. Ihre Freundschaften, ihr Mut und ihre kleinen und großen Momente des Widerstands haben mir oft Hoffnung gemacht. Selbst dann, wenn die Situation im Camp kaum auszuhalten war. Das Leben dort empfand ich als unglaublich verstörend. Nicht nur wegen der offensichtlichen Unterdrückung, sondern vor allem wegen der vielen kleinen Demütigungen und der ständigen Kontrolle und erinnerten mich an den Roman „The Handmaids Tale“ von Margaret Atwood. Aber auch andere Figuren, die die Handlung stützten, wurden interessant gezeichnet und wuchsen einem entweder sehr ans Herz oder wirkten für absolute Antipathie.
Auch die Botschaft des Buches konnte mich überzeugen. Es ging dabei nicht nur um den Klimawandel, sondern genauso um Macht, Unterdrückung, Selbstbestimmung, patriarchale Strukturen und darum, wie wichtig Bildung, Zusammenhalt und kritisches Denken sind. Immer wieder musste ich an bekannte Roman-Dystopien denken, aber auch an gegenwärtige, politische Entwicklungen. Gleichzeitig blieb der Roman aber für mich klar eine Jugend-Dystopie.
Für einen Jugendroman fand ich das Buch wirklich sehr gelungen, an einigen Stellen merkte ich das Zielalter allerdings deutlich. Manche Entwicklungen gingen mir zu schnell, einige Figuren vertrauten sich für meinen Geschmack etwas zu früh und auch der Widerstand entwickelte sich sehr rasant. Ich hätte mir insgesamt mehr Zeit für die Welt, ihre politischen Strukturen und die Rebellion außerhalb des Lagers gewünscht. Gerade das für mich überhastete Ende und der ein oder andere Meister Zufall hinterließen bei mir das Gefühl, dass hier noch viel Potenzial für mehr Tiefe gewesen wäre.
Trotzdem hat mich der Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich wollte ständig wissen, wie es weitergeht, habe mit den Figuren gelitten und gehofft und konnte den Roman kaum aus der Hand legen. „Wenn die Bienen schweigen“ ist eine eindrückliche Jugend-Dystopie mit einer wichtigen Botschaft, die mich emotional erreicht und lange beschäftigt hat. In meinen Augen ist es ein gutes Lehrstück für die Zielgruppe, auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Komplexität und Ausarbeitung gewünscht hätte.