Düsteres Retelling

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sabinesuniversum Avatar

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West of Wicked startet direkt ohne große Einführung und wirft einen ziemlich schnell, samt Haus, in ein düsteres, bedrückendes Setting hinein.Das war grossartig. Kein langes um den Brei schwafeln, sondern direkt Ab die Post!
Diese unheilvolle Stimmung zieht sich auch konsequent durch die Geschichte und ist für mich definitiv eine der größten Stärken.

Mit Dorothy hatte ich allerdings so meine Schwierigkeiten. Sie wirkt über weite Strecken sehr ängstlich und fast schon schwach, was es nicht immer leicht gemacht hat, wirklich mit ihr mitzufiebern. Ich hatte mir da etwas mehr Entwicklung oder Stärke gewünscht. Bin aber guter Dinge, dass sie uns noch ordentlich überraschen wird.

Ein großer Kritikpunkt für mich ist das Tempo: Ein gutes Drittel des Buches passiert gefühlt nicht allzu viel.
Es lässt sich zwar angenehm lesen, aber die Spannung bleibt lange eher flach. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann richtig Fahrt auf und dann wird es auch wirklich interessant.
Die Twists waren für mich gemischt: Etwa die Hälfte konnte ich relativ früh vorhersehen, weil sie recht offensichtlich aufgebaut waren. Die andere Hälfte hat mich dafür umso mehr überrascht, was das Ganze wieder ausgeglichen hat. Vertraut mir, ihr werdet denken „Ich hab’s gewusst!“ und zwei Minuten später landet man bei „Boah, wer hätte DAS ahnen können?!“.

Da ich das Original rund um den Zauberer von Oz nicht gelesen habe, kann ich die Parallelen nur bedingt selbst einordnen und verlasse mich da eher auf Eindrücke aus Kommentaren die man hier und da so online findet. Trotzdem finde ich die Interpretation hier spannend.
Besonders neugierig bin ich jetzt auf Band 2:
Was steckt wirklich hinter dem Zauberer von Oz? Welche Rolle spielt Dorothy noch? Und vor allem, ist der Blechmann wirklich so böse, wie er wirkt?